hl Ehe Schiffbruch erlitten und bald darauf der Sohn durch Selbstmord
} aus dem Leben schied, eben ganz im Zeichen der Unerfülltheit und ! endete schließlich auch so, während es sich bei mir nun endlich doch noch einer Erfüllung im Geistigen wie im Menschlichen zuzuneigen M scheint. ii Paula Riezler blieb nicht nur bei der theoretischen Ablehnung des h Nazitums stehen,‘sie entfaltete eine lebhafte Tätigkeit auf caritati- vem Gebiet, indem sie eine großzügige private Hilfsaktion für Juden Hi und andere politisch Verfolgte einleitete und darauf fast mehr Zeit | verwendete, als bei ihren geistigen und künstlerischen Möglichkeiten zu verantworten war. Mein Blockhaus am Ölberg wurde ihr in den beiden letzten Jahren ]\ ihres Lebens zur zweiten Heimat. Im Jahre 1938 war es fertig gewor- den, doch kam ich vor Beginn des Krieges nur selten hin; sein ent- scheidendes Gepräge erhielt es erst während des Krieges, als ich meine dortigen Besuche, die gewöhnlich im Mai und August stattfanden, stets in Begleitung von Paula Riezler ausführte. Es waren immer nur kurze Aufenthalte, aber ich habe sie jedesmal bis zur Neige ausge- kostet. Von der Kraft die ich mir dort holte, zehrte ich die ganze übrige Zeit. An der weiten Schau, die sich dort dem Auge bietet, hin- unter in die Donauebene und hinüber in die Ausläufer des östlichen ! Ih bayrischen Waldes, wo die drei Burgen die jenen Gefilden den Namen geben, zu uns herauf grüßen, konnte ich mich nie satt sehen. Zu jeder Tageszeit liegt das Land in anderer Beleuchtung vor dem entzückten f Auge; Geist und Herz kamen in der großen Einsamkeit und Weite wunderbar zur Ruhe. i Paula Riezler weilte von Jahr zu Jahr länger dort oben, fand mehr und mehr ihren inneren Frieden und es hatte vielleicht seine tiefere
Bedeutung, daß sie auch dort ihr Ende fand. Sie fiel, man möchte fast
sagen gänzlich sinnlos einem Motorradunfall im September 1943 zum Opfer. Bei der Sichtung ihrer Papiere fanden sich bedeutsame dich- terische Schöpfungen, die der Öffentlichkeit zuzuführen ich für meine
Pflicht halte. Kurz vor ihrem Ende erhielt ich einen Brief von ihr, es
war zufällig der letzte, den sie mir geschrieben hatte. Er schien mir
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