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Die vollkommene Köchin oder Neues schwäbisches Kochbuch : enthaltend mehr als zwei tausend, durch tüchtigte Hausfrauen erprobte Recepte / sorgfältig gesammelt von L.S.
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Suppen.

darf, in eine Kachel ein, thut etwas Salz und hinlänglich kalt! Waſſer dazu, ſezt ſie auf das Feuer und läßt ſie kochen. Wenn die Wecken verkocht ſind, verrührt man ſie mit einem guten Stück friſcher Butter und läßt ſie noch ein Bischen kochen. Man kann ſie durchtreiben oder blos gut verrührt mit Schnittlauch oder Muskatnuß zu Tiſch geben. Auch kann man ſie mit Eiergelb abziehen, doch iſt dies überflüſſig. Von gutem Hausbrod kann ſie auch ſo gemacht werden. Man gibt ſie als Abendſuppe.

Nro. 49. Gerſten⸗(Graupen⸗) Suppe.

Man verliest und waſcht die Gerſte ſauber, ſezt ſie hierauf in einer Kachel mit kaltem Waſſer zum Feuer und läßt ſie kochen. Wenn ſie ganz dick eingekocht iſt, thut man ein Stück Butter und einen Kochlöffel voll fein Mehl darein und verrührt ſie recht wohl, dann gießt man gute Fleiſchbrühe daran, überſchüttet ſie aber nicht, ſondern immer nur ein Schöpflöffel voll auf ein⸗ mal und läßt ſie dann immer wieder kochen; ſie wird ſo um vieles beſſer und ſchleimiger; man thut etwas Muskatnuß oder Blüthe darein; auch iſt es gut, wenn man in der Fleiſchbrühe viel Wurzelwerk, beſonders Zellerich hat, welches ihr einen guten Geſchmack gibt; man gießt aber die Fleiſchbrühe immer durch den Schaumlöffel daran. Für gewöhnlich gibt man die Suppe ſo mit etwas kleingeſchnittenem Schnittlauch zu Tiſche. Man kann aber auch Kalbsſtorzen oder eine alte Henne abſieden, die

Brühe davon zur Gerſte nehmen, dieſelbe, wenn ſie fertig iſt,

durch den Suppenſeiher gießen, Magen, Leber und Herz von der Henne, welche mitgeſotten wurden, kleingeſchnitten in den Gerſten⸗ ſchleim thun. Die Henne oder Kalbsſtorzen ſtellt man beſonders dazu auf.

Nro. 50. Gerſtenſuppe mit Bier.

Man nimmt% Pfund Gerſte und ſezt ſie mit gutem Weiß⸗ bier kalt zu, läßt ſie kochen, und wenn ſie dick eingekocht iſt, ver⸗ rührt man ſie mit einem Stückchen Butter, gießt nach und nach mehr Bier hinzu, bis ſie die gehörige Dicke hat, thut Citronen⸗ ſchale, Citronenmark und Zucker dazu und läßt es kochen. Wenn man etwas Wein hinzu thut, iſt ſie noch beſſer. Beim Anrichten beſtreut man ſie mit Zucker und Zimmt.

Nro. 51. Gries ſuppe.

Dies muß guter Kernengries ſehn, dann macht man Fleiſch⸗ brühe ſiedend, ſo viel zur Suppe nöthig iſt, rührt ſo viel Loth Gries darein, als man Perſonen hat, und läßt ſie mit etwas Muskatnuß kochen; vor dem Anrichten verrührt man 3 Eiergelb