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Die vollkommene Köchin oder Neues schwäbisches Kochbuch : enthaltend mehr als zwei tausend, durch tüchtigte Hausfrauen erprobte Recepte / sorgfältig gesammelt von L.S.
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Seite
XXIV
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xxv Vorkenntniſſe zur Kochkunſt.

Nro. 15. Crontons oder Semmel in Butter gebraten.

Man gebraucht die Crvutons zur Verzierung der Ragouts auf den Schuſſeln, zu Suppen u. dgl. Man nimmt Milchbrod oder Semmel, ſchneidet oder reibt die Rinde ab, und das Innere ſchneidet man in halbe Monde, Hahnenkämme oder ſonſt belie⸗ bige Formen, läßt Butter, welche ausgewaſchen iſt, auflaufen, legt das Ausgeſchnittene darein und läßt es auf beiden Seiten ſchön hebbraun werden.

Nro. 16. Erbſenbrühe ſtatt der Fleiſchbrühe.

Wenn man in der Faſtenzeit keine Fleiſchbrühe hat oder nehmen darf, ſo thut man einen Vierling Erbſen in einen gro⸗ ßen Hafen, ſchneidet Wurzeln aller Art darein, ſezt ſie nebſt

den Hafen immer mit Nachgießen von ſiedendem Waſſer voll, bis ſie weich ſind. Man rühre ja nicht darin, damit die Brühe pell bleibt. Sobald ſie weich ſind, nimmt man den Hafen vom Feuer, läßt die Brühe durch ein Sieb laufen und behält ſie in einem irdenen Gefäß auf. Man kann dieſe Brühe zu allen

türlich weniger Erbſen und kann auch ein Stück friſche Butter mitkochen laſſen.

Nro. 17. Flädchen.

Zu 1 Ei nimmt man 2 Kochlöffel voll fein Mehl und ein bischen Salz, rührt dieſe in einem Schüſſelchen mit etwas kalter Milch glatt an, dann ſchlägt man das Ei daran, verdünnt den Taig vollends mit Milch, bis er in der Dicke recht iſt; hierauf macht man Schmalz in der Flädchenspfanne heiß, gießt es in ein kleines Pfännchen, gibt einen kleinen Schöpf- oder Anrichtlöffel von dem Taig in die Flädchenspfanne, läßt ihn darin herum⸗ laufen, ſo daß derſelbe den ganzen Boden bedeckt, und bäckt es ſchön gelb; man lupft es mit dem Backſchäufelchen, kehrt es mit demſelben um und bäckt es auf der andern Seite auch ſo; ſollte der Taig zu dick ſeyn, daß er nicht gut läuft, oder die Fläd⸗ chen nicht fein werden, ſo verdünnt man ihn mit Milch; zu jedem Flädchen nimmt man einen Eßlöffel voll Schmalz, läßt es heiß werden und fährt ſo fort, bis der Taig zu Ende iſt. Man kann auch ſtatt des Schmalzes die Pfanne nur mit einer Speckſchwarte beſtreichen, ſo werden ſie weniger fett. Zwei Eier geben bei einer Pfanne mittlerer Größe 5 Flädchen, deren man als Bei⸗ lage zum Gemüß eines auf die Perſon rechnet. Man gibt ſie aber auch als Suppe, mit Milch und zu vielen Speiſen, daher

Salz mit kaltem Waſſer zum Feuer, läßt ſie kochen und erhält

Saugen gebrauchen. Wer wenig Faſtenſpeiſen kocht, nimmt na⸗

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