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Die vollkommene Köchin oder Neues schwäbisches Kochbuch : enthaltend mehr als zwei tausend, durch tüchtigte Hausfrauen erprobte Recepte / sorgfältig gesammelt von L.S.
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XXI
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Vorkenntniſſe zur Kochkunſt. XX

Nro. 7. Guten Buttertaig zu machen.

1 Pfund Butter wird mit ein wenig Mehl gewürkt und wie ein rundes Küchlein geformt; dann werden 2 Eiergelb und einige Löffel voll ſaurer Rahm oder Milch mit einander verrührt, ein wenig Salz und 1 Pfund feines Mehl darein gethan, dann nimmt man den Taig auf das Nudelbrett und würkt ihn, bis er Blaſen wirft oder ſich von der Hand ſchält, wällt ihn aus, thut die Butter in die Mitte, überſchlägt ihn und wällt ihn 3 bis 4 mal aus, das Leztemal aber nur ſtark Meſſerrücken dick.

Oder man ſchafft die Butter aus und formirt ſie wieder zu einem Bällchen; wenn dann der Taig das erſtemal ausgewällt iſt, ſchneidet man dünne Scheibchen von der Butter und belegt die Hälfte des Taigs damit, ſtreicht die Butter eben und bedeckt ſie mit dem leeren Theil; ſchlägt dann das Ganze wie eine Serviette zuſammen und wällt ihn wie oben bemerkt. Auf beide Arten erreicht man den Zweck, daß die Butter durch das Würken ſich beſſer mit dem Taig vermengt; nur iſt leztere in⸗ ſoferne beſſer, daß das Waſſer, was die Butter oft noch enthält, dadurch herauskommt. Auch iſt darauf zu ſehen, daß der Vortaig nicht zu feſt gemacht wird, weil man ſonſt viele Mühe im Aus⸗ wällen hat, es ſich nicht ſo gut miteinander vermengt, gerne durchbricht und anhängt; zu ring iſt aber auch nicht gut. Bei warmer Witterung muß nicht nur die Butter den Tag zuvor in Keller geſtellt oder in friſchem kaltem Waſſer ausgeſchafft und dann abgetrocknet werden, ſondern auch der Buttertaig im Keller oder an einem kühlen Ort gemacht werden; auch iſt beim Aus⸗ wällen ſehr darauf zu ſehen, daß er nicht anhängt, und daher

öfters etwas Mehl auf das Nudelbrett zu ſtreuen und, wenn der

Taig ein⸗ oder zweimal ausgewällt iſt, ſo iſt es beſſer, man ſchneidet ihn in zwei Theile und wällt jeden für ſich vollends aus. Dieſe Art Buttertaig iſt zu Kuchen, Paſteten, Torten ꝛc. zu

gebrauchen und hier für ſich ſo umſtändlich beſchrieben, um ihn

am gehörigen Ort nur anführen zu dürfen.

Nro. S. Geriebener Buttertaig.

Man ſchlägt 2 Eier in eine Schüſſel, nimmt 4 Eßlöffel voll ſauren Rahm und ein kleines Trinkglas voll Waſſer dazu, ſchnei⸗ det 1 Pfund Butter darein, thut Salz daran, rührt alles wohl

unter einander, und dann ſo viel fein Mehl darein, bis es einen

ganz feſten Taig gibt. Wenn derſelbe geſchafft iſt, wird er aus⸗ gewällt und zweimal überſchlagen. Alsdann kann man ihn brau⸗ chen. Man macht ihn gewöhnlich zu kalten Paſteten, kann ſich aber deſſen auch zu Kuchen bedienen, wenn man nicht gerne

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