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Knüppel auf dem Wege zur Demokratie / von Josef Radermacher
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Die jungen Menschen

Bis zum Alter von 30 Jahren stehen die heutigen Menschen zum größten Teil ganz unter dem Einfluß der nationalsoziali­stischen Erziehung. Auch die letzten Jahre vor der ,, Macht­übernahme" waren nicht geeignet, in werdenden Menschen eine Grundlage zu schaffen, die sie widerstandsfähig gemacht hätte gegen das Gift, das ihnen eingegeben wurde. Von allen Stellen, die ihnen Autorität sein mußten, vernahmen sie die Lehren Hitlers , wurde ihnen Hitler als Ideal, seine Ziele und Pläne als höchste Weisheit erklärt. Mit raffiniert ausgeklügel­ten Mitteln spannte man sie ganz und gar in den körperlichen und seelischen Drill des Nationalsozialismus ein; sie konnten gar nicht anders, als diesen Geist in sich aufnehmen, sich von ihm durchdringen lassen. Niemand kann ihnen verdenken, daß sie der Gegenwart ohne Verständnis gegenüberstehen.

Viele von ihnen wurden in den letzten Jahren des Krieges schon enttäuscht und mißtrauisch, die meisten aber erst beim endgültigen Zusammenbruch. Ob aber allmählich oder plötz­lich, in jedem Falle war die Enttäuschung nur Zerstörung in ihnen. Für einen Aufbau mag dadurch der Platz freigeworden sein, aber das Fundament dieses Aufbaus soll erst noch ge­schaffen werden.

Und nun sind diese jungen Menschen umgeben von Not und Jammer. Zu Hunger und Obdachlosigkeit kommt die seelische Not, die zerbrochenen Ideale, die Sorge um eine Stel­lung zum Aufbau ihrer persönlichen Zukunft und um ihre Zukunft als Volk.

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