leidigen. Bei oberflächlichen Naturen untergräbt dies die Autorität der Eltern, behindert damit auch den Lehrer, der auf die Mitarbeit der Eltern angewiesen ist. Das Ziel der Schule zu erreichen wird also hier in Frage gestellt, auch wenn die Begabung der Freidenkerkinder an sich dazu genügen würde. Ihre Gottlosigkeit" wird ihre religiösen Mitschüler beeinflussen und ihnen ihre Schulzeit, ihre Kindheit zur Qual machen.
Ist das schon bei oberflächlichen Kindern so, wie erst dann bei zarter besaiteten! Sie lieben und verehren ihre Eltern, und der Lehrer sagt, sie seien schlecht; sie werden von Gott verdammt und in der Hölle ewige Qualen leiden müssen!
Was man diesen Kindern antut, das verträgt sich auch nicht mit Christentum. Einem jahrelangen Martyrium setzt man sie aus. Die Liebe zu den Eltern liegt in Streit mit der Autorität des Lehrers; unbeschreiblich ist die Angst und Qual, wenn die Hölle geschildert wird und ihre Vorstellung diesen Kindern ihre Eltern in dieser Höllenpein zeigt. ,, Kann denn ein Kind im Himmel selig sein, dessen Eltern in der Hölle sind?" fragte Wer sich ein Freidenkerkind seinen katholischen Lehrer. hineinzudenken versucht in diese Kindesseele, wer darüber nachdenkt, aus wieviel Grübeln in Angst und kindlicher Sorge diese Frage hervorgegangen war, der kann kein wahrer Christ sein, wenn er noch die konfessionelle Schule verlangt.
Die Gemeinschaftsschule darf weder religionsfeindlich noch religionsfreundlich, sie muß demokratisch sein. Sie soll den Kindern das geben, was sie für ihr irdisches Dasein brauchen. Dazu gehört die volle Entwicklung aller geistigen Kräfte, die Heranbildung der Fähigkeit, nach freiem Ermessen zu entscheiden, was gut und was schlecht ist. Wahrheitsgemäße Einführung in die Geschichte ist dazu erforderlich, denn die kommenden Generationen müssen in der Lage sein, aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen; aber sie müssen dies mit kritischem Verstand tun, nicht um nachzuahmen, was die Väter
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