die andere Weltanschauung muß allen Menschen gleichberechtigt gelten. Die Erziehung, so wie sie war, hat dieses Ziel nicht erreichen können. Wir müssen aber dieses Ziel erreichen, wenn Deutschlands Zukunft wieder von einer Hoffnung belebt werden soll.
Wir brauchen demokratische Gesinnung, nicht im Interesse einer Partei oder Konfession oder sonstigen Gruppe, sondern als Rettung für das ganze Volk; mithin müssen wir in der Erziehung mit unserer Jugend beginnen, müssen vermeiden, was sich als schädlich erwiesen hat, und das ist die Trennung der Kinder in verschiedene Lager.
Weil die Erziehung zu demokratischer Gesinnung im Interesse aller Deutschen liegt, ist sie eine Aufgabe, und zwar in dieser Lage eine dringliche Aufgabe des Staates und nicht einer einzelnen Körperschaft im Staate.
Das Recht des einzelnen und auch das Recht jeder Körperschaft im Staate hat seine Grenze da, wo es in die Interessen anderer eingreift. Was für alle notwendig ist, darf durch einzelne nicht gefährdet werden.
Man beruft sich in der Forderung der konfessionellen Schule auf das Recht der Eltern.
Wenn diese Eltern einmal Demokraten geworden sind, wenn sie einmal gelernt haben, Verantwortung zu tragen für das Schicksal des ganzen Volkes, wenn sie einmal in ihrer Gesamtheit fähig sind, die Ursachen unserer Not und die Wege zu ihrer Ueberwindung zu beurteilen, dann mag niemand ihnen das Recht bestreiten, ihre Kinder nach ihrem Willen zu erziehen. Aber auch dann noch werden sie sich unterordnen müssen, oder, wenn sie wirklich demokratisch denken gelernt haben, werden sie das freiwillig tun, ihren Willen und ihre Wünsche einfügen in die Anforderungen, welche die Allgemeinheit an sie zu stellen berechtigt ist. Die Zukunft, für welche diese Kinder erzogen werden sollen, ist nicht Sache der Eltern allein, sondern der Allgemeinheit, des Staates.
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