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ändert wird nur die Autorität derer, die ein Fortschreiten im Naturerkennen so lange verhindert haben. Daraus wird auch begreiflich, warum sie es verhindert haben, solange sie die Macht dazu hatten. Ihre Berufung auf Gott hat sich als unrechtmäßig herausgestellt; sie lehrten ja, was Gott keinesfalls hätte lehren können; es ist bewiesen, daß sie Gottes Schöpfung nicht gekannt haben. Darf man da nicht fragen, ob sie über Gottes Willen besser informiert sind?
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,, Rettung unseres Volkes aber auch aller anderen Völker von dieser uns umklammernden dämonischen Macht gibt es auf keinem anderen Wege als dem der entschlossenen Abkehr von der menschlichen Anarchie und der Hinwendung zur göttlichen Autorität, d. h. durch die Anerkennung des unser Leben schaffenden und gestaltenden göttlichen Willens."
,, Auf keinem anderen Wege!" Darin liegt die unzulässige, weil durch nichts begründete Anmaßung. Wir halten die Demokratie für den geeigneten Weg, das, was Dr. L. die dämonische Macht, die Anarchie nennt. Wir sehen ringsumher die Folgen der Diktatur, die der Herr Pfarrer als Autorität umschreibt. Er nennt sie göttliche Autorität. Dieser göttlichen Autorität würden wir uns gern beugen, wenn wir sie zuverlässig ergründen könnten. In Bibel und Evangelien finden wir nichts, was auf unsere heutige Lage angewandt werden könnte. Wir wären also auf die Auslegung der Kirche angewiesen, die sich allein für berechtigt hält, den Willen Gottes zu verkünden. An die Stelle Hitlers würde also die Kirche treten. Von der Anarchie zur Autorität" bedeutet demnach: Von der Demokratie zur Diktatur der Kirche! Auch Dr. L. kann nicht im Zweifel darüber sein, daß die Frage so gestellt allgemeine Ablehnung erfahren würde, darum nennt er die Demokratie Anarchie und die Diktatur göttliche Autorität. Das kann nur als bewußte Irreführung aufgefaßt werden; es ist ein hinterhältiger Kampf gegen die Demokratie, eine Zersplitterung der Kräfte, ohne
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