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in die Politik dreinreden. Darin läge die Erklärung für das Bestehen des Zentrums und auch der christlichen Demokraten als politische Parteien. Dem Zentrum, das sich wenigstens in seiner Bezeichnung nicht auf die Demokratie beruft, kann man in diesem Sinne die Daseinsberechtigung nicht bestreiten; es würde zu den Gegnern der Demokratie zu zählen sein. Aber in den Reihen der Katholiken und auch der Protestanten sind viele, die keine Einmischung der Kirche in die Politik wünschen, daß die Religion in den politischen Kampf hineingezogen wird, daß die Seelsorger gleichzeitig politische Kämpfer sind. Diese religiösen Christen, die politisch Demokraten sind, zu sammeln und gegen die Demokratie zu gebrauchen, das erscheint nach alledem als die Aufgabe der christlichen Demokraten. Ohne sie brauchten sich die Demokraten nicht freie Demokraten zu nennen, denn das heißt so viel wie weißer Schimmel oder schwarzer Rappe; Demokraten sind freie Menschen oder doch Menschen, die Freiheit wollen; zu ihrer Bezeichnung genügt das Wort Demokraten .
Demokraten, deren Ziel individualistisch ist;
Sozialdemokraten, die den Sozialismus erstreben; Antidemokraten, die zurückwollen in Monarchie oder Diktatur;
diese Auswahl würde genügen, um die deutschen Wähler bei kommenden Wahlen vor eine klare Entscheidung zu stellen, und sie würde ermöglichen, einer kommenden Regierung klare Richtlinien zu geben. Freilich bedarf es dazu vorher noch einer intensiven Aufklärung, die durch den jetzt herrschenden Papiermangel stark gehemmt ist. Träte aber nur eine beschränkte Anzahl von Parteien mit klar umrissenen Gemeinschaftszielen vor die Wähler, so würde das auch diese Schwierigkeit auf ein Mindestmaß herabdrücken. Der Wähler, dem von vielen Parteien in den Grundzügen das gleiche gesagt wird, vermag schwerlich, zu einer Entscheidung zu kommen. So entstehen falsche Hoffnungen, die enttäuscht werden
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