müssen, so entsteht das Wandern von Partei zu Partei, so entstehen weitere Parteien, so wird das Uebel vergrößert, das die Ursache des Mißerfolges war. Es sollte keine Parteibildung gestattet sein, die lediglich populäre, aber politisch unvernünftige Forderungen aufstellt, nicht aber die Wege aufzeigt, wie diese Forderungen erfüllt werden können. Auch das ganze Volk einmütig in einer Partei hinter einer unvernünftigen Forderung kann nicht möglich machen, was der Natur nach unmöglich ist.
Individualismus, oder das Herausstellen großer Persönlichkeiten als der schöpferischen Kräfte.
Sozialismus, das Vertrauen auf die Gemeinschafts
idee?
Diese Frage trennt die Demokraten von den Sozialdemokraten. Diese Frage muß innerhalb der Demokratie durch das Volk entschieden werden; sie rechtfertigt mithin das Bestehen zweier demokratischer Parteien. Die Kommunistische Partei bekennt sich heute auch zur Demokratie und hatte den Sozialismus zum Ziel; für ihr Bestehen neben der Sozialdemokratischen Partei ist also kein Grund ersichtlich.
Allenfalls könnten die Gegner der Demokratie sich dann noch trennen in Anhänger der Monarchie und solche der Diktatur. Mit vier Parteien wäre also unbedingt erfüllt, was nötig, und auch was zulässig sein sollte.
Zusammenschluß als Rheinländer, Niedersachsen , Hausbesitzer, Mittelstand, Kriegsbeschädigte, Mieter, Sparer, Briefmarkensammler, Brieftaubenzüchter, Nichtraucher usw. ist Unfug, ebenso wie die Trennung als Juden und Christen, als Gottgläubige und Freidenker Unfug ist. Als Interessengemeinschaften für Sonderinteressen mögen solche Zusammenschlüsse tragbar sein, aber die allgemeinen Interessen als Staatsbürger sollten den wirklich politischen Parteien übertragen werden. Der Staat hat nur allgemeine Interessen zu regeln.
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