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Knüppel auf dem Wege zur Demokratie / von Josef Radermacher
Entstehung
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anheimstellen, mit darüber zu urteilen, was von der Ueber­lieferung wahr und was nicht wahr ist, was sie glauben oder nicht glauben müssen. Das wäre Selbstvernichtung der Kirche, und die erwartet niemand von ihr. Erst recht im demokra­tischen Staat genießt sie vollen Schutz in allem, was die Ver­breitung und Vertiefung ihrer Lehre betrifft, in allen Dingen, die Bezug auf das Weiterleben nach dem Tode haben. Die Zahl ihrer Gläubigen, die ja wie alle andern Staatsbürger ihre politischen Rechte haben, garantiert der Kirche ja auch inner­halb der eigentlich politischen und politisch berechtigten Par­teien ihre ausreichende Vertretung.

Warum also eine ,, Christlich Demokratische Union "?

Ohne Grund wird sie nicht da sein! Aber der Grund ist getarnt; man darf ihn vermuten, weil er nicht vernünftig zu erkennen ist.

Es ist nicht wahrscheinlich, daß die Vertreter der Kirche die Demokratie anerkennen. In ihrem Bereich müssen sie unter allen Umständen die unbedingte Autorität aufrecht halten. Sie können eine Gefahr für die Kirche darin sehen, wenn im Staatsleben die Vernunft an die Stelle der Tradition tritt; ihre Gläubigen könnten, wenn sie in weltlichen Dingen ihre Vernunft gebrauchen, auch in Kirchenangelegenheiten zu einer kritischen Einstellung kommen; sie könnten, wenn sie die Ehrfurcht vor der Tradition im weltlichen Geschehen ver­lieren, auch zu Zweifeln an der Tradition überhaupt gebracht werden.

Außerdem haben die Kirchenfürsten mehr als tausend Jahre zu den ,, Ständen" gehört, haben die Macht der Fürsten mit­gestaltet und mit gefördert, waren vielfach gleichzeitig Träger der weltlichen Macht. Die Einführung der Demokratie schließt sie von dieser Machtstellung aus. Vielfach waren sie schon dem Nationalsozialismus nur deshalb gram, weil dieser die Rechte der Kirche antastete. Das sind Gründe genug zu der Annahme, die Kirche wolle auch weiterhin in irgendeiner Form

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