mußte für zwei bis drei Häftlinge genügen
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eine Quelle für Streit und Miẞhelligkeiten ohne Ende. Und auch da war die äußere Ordnung wieder mit einer ekelhaften Unsauberkeit verbunden: in dem engen Spind, in welchem auch das Brot aufbewahrt wurde, mußten über Nacht die verschmierten Kleider von zwei oder drei Häftlingen hineingegestopft werden!
Die Stube durfte nie mit Schuhen betreten werden. Ob Sommer oder Winter, ob Kot oder Schnee oder Staub, die Gefangenen hatten bei der Türe stehenzubleiben, die Schuhe auszuziehen und auf den Socken das Zimmer zu betreten. Hausschuhe wurden nicht ausgegeben, man behalf sich mit unappetitlichen Improvisationen und fügte sich darein, daß die Socken alsbald eine Kruste ansetzten. Das Verbot, im Wohnraum die Schuhe anzubehalten, erklärt sich aus einer dem ,, Bettenbau" fast ebenbürtigen Schikane: der hölzerne Fußboden mußte spiegeln und glänzen. Die Mittel dazu wurden nicht vom Lager beigestellt, sondern ihre Beschaffung um eigenes Geld wurde von den Häftlingen erpreẞt.
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Das Klosett befand sich neben der Wohnstube, sieben Sitze nebeneinander, ohne trennende Wände, und mit einer oft sehr schlecht funktionierenden Wasserspülung.
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Die Bekleidung der Häftlinge war in der kalten Jahreszeit ganz unzureichend. Dünne, ungefütterte Mäntel und leichte Pullover wurden erst bei großer Kälte ausgegeben. Als in den Kriegsjahren die Überfüllung des Lagers chronisch wurde, mußten ganze Blocks auf Mäntel überhaupt verzichten und bei strenger Kälte dünne Zwilchuniformen tragen. Kleidungs- oder Wäschestücke zum Wechseln gab es überhaupt nicht. Wurden die Gefangenen durchnäẞt im Dachauer Moor regnete es an 80 von 100 Tagen-, so mußten sie ihre Sachen am Leib trocknen lassen oder es wurden in der Wohnstube die 90 nassen Garnituren rund um den Ofen auf die Sitzschemel gelegt. Skandalös war in späteren Kriegsjahren die Fußbekleidung. Die Socken wurden abgeschafft und die Lederschuhe durch unförmige Holzschuhe oder holländische Holzpantoffel ersetzt. Solcher Fußbekleidung ungewohnt und dabei den ganzen Tag auf den Beinen, gab es hunderte von Fußmaroden.
Jeder Häftling mußte sich wöchentlich einmal die Haare auf einen Millimeter schneiden lassen, auch im strengsten Winter. Chronische Erkältungen in großer Zahl waren die Folge. Im Jahre 1942 kam man
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