Todesfälle
27/2 1947
Ein Ritter ohne Furcht und ohne Tadel
Am 27. Februar verschied in einem Innsbrucier Sanatorium der ehemalige Bundeskommissär für Propaganda, Oberst a. D. Walter Adam. Langjährige K3.- Haft hatte seine Gesundheit untergraben. Mit Oberst Adam ist ein echter österreicher und Ehrenmann vom Scheitel bis zur Sohle von uns geschieden. Es war ergreifend, das Martyrium dieses ritterlichen Menschen in dem Inferno von Dachau und in der Hölle des Flos senbürger Steinbruches mitzuerleben. Inmitten einer Atmosphäre des Hasses und der Gemeinheit kündete weiter jedes seiner Worte und jede seiner Gesten Vornehmheir und edelste Gesinnung. Noch sehe ich in seinen Augen den Glanz, wenn er mir von alter und ruhmvoller Zeit zu erzählen wußte und ich habe ihn verehrt als Repräsentanten jenes Menschentumes, fern von dem, nach dem Dichterwort ,,, in wefenlosem Scheine das Gemeine lag". Aber Dachau war nicht das Ende feines Lebens, es war seine letzte Bewährung. Aus dem alten Offizier wurde nun der standhafte Miles Christi, der tapfere Soldat Gottes.
Nun danken wir dir, lieber Kamerad daß du uns allen in schweren Jahren Vorbild gewesen bist. So oft find wir an jedem Morgen hinausgewandert in einer Reihe, in den trüben Tag des Dachauer Moores. Jeder Morgen dieser ermuti gende Händedruck von dir, wie eine ausgesprochene Bitte: Komm. geh mit mir gemeinsam die Via Crucis ! Nun hast du deinen Lauf tapfer vollendet. Ich hatt' einen Kameraden, einen bessern findst du nit! Ludwig Stratmann.


