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,, Arbeit macht frei." In Wahrheit hatte die Arbeit der Häftlinge im Lager mit dem Freikommen oder Drinbleiben nicht das geringste zu tun darüber entschied ausschließlich die Gestapo nach geheimnisvollen Grundsätzen. Aber der Nationalsozialismus hatte ähnlich wie der Faschismus in Italien den unbezähmbaren Drang, überall seine kernigen Inschriften anzubringen, drohend oder moralisierend. Im Lager gab es an verschiedenen Stellen solche Sprüche, unter anderen stand einer, den der Herr Reichsführer Himmler selbst verfaßt hatte, in mannshohen Buchstaben auf dem Dach des Wirtschaftsgebäudes.
Gleich hinter dem Stacheldraht erwarteten uns Gefangene mit der Haarschneidemaschine und dem Rasiermesser. Dort hörte ich den ersten menschlichen Gruß im Lager. Als ich nämlich den Kopf senkte, um mir die Haare schneiden zu lassen, sagte der als Haarschneider fungierende Gefangene ganz leise:„ Kopf hoch!" Ich nahm das wörtlich und hob den Kopf. Aber der Mann flüsterte: ,, Nein, so meine ich das nicht. Die Schweine wollen euch fertig machen, laßt euch nicht unterkriegen, Kopf hoch!"
Stunden vergingen, es wurde Abend, noch immer standen wir in Reih und Glied, ohne Rast, ohne Verpflegung, ohne einen Tropfen Wasser, seit mehr als 24 Stunden herumgestoßen, angebrüllt, beschimpft und mißhandelt. Es war kein schöner Frühlingstag, obwohl die Sonne von früh bis spät so freundlich geschienen hatte. Endlich erhielten wir die neuen, eben erst eingeführten Sträflingskleider, dazu eine alte, verschmierte und verschwitzte Polizeimütze. In diesem Aufzug wurden wir in eine Baracke gejagt. Es gab ein Stück Brot und eine Andeutung von Käse als erste Mahlzeit nach all den Abenteuern. Aber die Erschöpfung war größer als der Hunger, die 120 Männer sanken dicht nebeneinander auf das Stroh und schliefen ein.
Ein paar Stunden Schlaf, und nach neuen Ufern lockte ein neuer Tag.
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