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sterblich; sie wachsen scheinbar ins Unendliche, ohne alt zu werden. Der einzige Unterschied ist, daß sie nach ein paar Jahrtausenden nur noch in ihrem obersten Drittel belaubt sind. Ein Mythus unter den Bäumen, sind sie oft bedichtet worden, unter anderem auch von dem Erbauer des Golden Gate. Wer staunt darüber? Auch seine Brücke ist ein Gedicht, deren stählernes Schleiergespinst jeder Sonnenuntergang, der sich dahinter vollzieht, als eine poetische Meisterschöpfung bestätigt.
Zu einem Lande, dessen Brückenbauer Dichter sind, paßt es, daß hier die Eisenbahnzüge Namen führen, als wären sie hervorragende Persönlichkeiten von geschichtlichem Rang. Einer heißt etwa der„ Pacemaker", ein anderer„ City of San Francisco", ein dritter„ Overland", ein vierter, noch verwegener, ,, Chief", was man Gott behüte als„ ,, Duce" oder gar als„ Der Führer" übersetzen könnte. Die kalifornischen Lokalzüge freilich sind so unbescheiden nicht, daß sie, wenn sie von San Fran cisco nach Los Angeles , oder, was dasselbe ist, von Berkeley nach Hollywood fahren, sich deshalb gleich ,, Vater des Vater landes " nennen. Dafür machen sie, wenn sie ohne Schrankenschutz die University Avenue in Berkeley überkreuzen und unter Glockengeläut in das besonnte Statiönchen einfahren, mit ihren goldgelb und rot bepinselten Lokomotiven, die aus der Ferne wie Maikäferphysiognomien anmuten, einen erfrischend ferienmäßigen Eindruck. Übrigens lassen sie an Geschwindigkeit nichts zu wünschen übrig und legen die Entfernung Berke ley - Hollywood , die ungefähr der Distanz Wien - Zürich entspricht, zur Beschämung des Österreichers in nicht ganz neun Stunden zurück. Wir brauchen siebzehn. Daß man von diesen neun drei Stunden lang in einem Bus über ein Semmeringgebirge rast, macht die kleine Reise nur um so reizvoller.
Berkeley , wo wir zunächst unsere Bleibe fanden, besitzt alle Annehmlichkeiten einer amerikanischen Universitätsstadt, um die Kaliforniens vermehrt. Es ist ein Baden- Baden oder Heidel


