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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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Da zuckte es in 1400 Männerfäusten, um den Salut des Kleinen entsprechend zu erwidern, doch rechts und links flankierten uns SS- Wachtposten, die mit lächelndem Wohl­gefallen die Gesinnungsfrühreife des Bübleins und seine lange Zunge betrachteten. Selbst die Wolfshunde der Wachmannschaft fühlten sich offensichtlich beschämt, daß ihre Zunge nicht so leistungsfähig sei wie die des kleinen Moritz, der es fürwahr verdiente, seines Papas Liebling zu sein. Deutsche Jugend, so solltest du erzogen wer­den! Die Mutter des Knaben ist gestorben, ehe das Dritte Reich zerfiel. Der Vater wurde 1945 als Kriegs­verbrecher hingerichtet. Wem wird der Kleine wohl heute die Zunge herausstrecken?

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Kinder als Kazetler

Im Jahre 1944, ich glaube, es war in den Sommer­monaten, erlebten wir etwas so Unglaubliches, daß wir anfangs einfach starr waren. Wir meinten zu träumen, als wir einige hundert Knaben im Alter von etwa acht bis vierzehn Jahren in Häftlingskleidern, Winkel und Nummer aufgenäht, durch das Lager marschieren sahen. Die meist noch lieben und unverdorbenen Kinder­gesichtchen waren bleich und unterernährt, aus den Augen sah den meisten eine stille, ergebungsvolle Trauer. So zogen die neuen ,, Kameraden" unter dem Kommando eines Blockältesten in Fünferreihen militä­risch zum neueingerichteten Kinderblock des Konzentra­tionslagers.

Was hatten sie verbrochen?

Sie hatten im Dritten Reich ihre Eltern verloren, waren nicht ,, deutschblütig", darum unwürdig, von der NSV. be­treut zu werden. Deswegen überließ man sie dem Henker

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