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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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verwahrlostem Desinfektions­agerwäsche, der

und Wanzen waren nebenbei auch vorhanden) als ganz arme Kreaturen vor. Einem zivilisierten Mitteleuropäer bedeutet ja doch die Reinlichkeit gewöhnlich das halbe ausch, die ver Leben. So unterwarfen wir uns willig der fast täglichen auch die Un peinlichen Lauskontrolle, um nicht ganz vom Ungeziefer gefressen und schließlich vom Flecktyphus fortgerafft zu werden. Das sind Erinnerungsbilder, die wir lieber ver­gessen möchten.

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Im Jänner 1943 machte die Lagerkommandantur den Versuch, alle Blocks der Reihe nach mit Tränengas zu behandeln. Wir räumten die Baracke, marschierten, mit unseren Decken beladen, in das Bad, gaben dort all un­sere Kleider und Decken zusammengebündelt numeriert zur Desinfektion ab, wurden jeder einzeln be­handelt und warteten fast einen Tag nackt auf dem Betonpflaster des Lagerbades, bis unterdessen unser Block vergast und unsere Habseligkeiten desinfiziert waren. Als wir dann unser ebenfalls mit Tränengas durchtränktes Zeug zurückerhielten, mußten wir alle stundenlang ,, weinen". Wir hatten jeder ganz rote Augen davon. Und der Erfolg? Die Läuse weinten vielleicht auch ein wenig, aber sie blieben am Leben. Aus diesem Grunde unterbrach die Lagerleitung diese Art der Des­infektion und ließ Leute und Läuse in den restlichen Blocks in Ruhe. In den letzten Zeiten war das Lagerbad derart von den vielen Transporten überbeansprucht und verunreinigt, daß man einerseits nur schwer Zutritt fand, andererseits dort mehr Läuse bekam, als man mitgenom­men hatte. Sehr viele beklagten sich auch darüber, daß ihnen während des Badens von Zigeunern und anderen

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seligkeiten gestohlen wurden. Ich selber hatte in den letzten Jahren das Glück, in einem schönen Bad auf meinem Arbeitsplatz wöchentlich baden zu dürfen.

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