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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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Lagerstrafen

Strenge Disziplin in einem Lager, in dem so viele tausend Menschen auf engstem Raum zusammenleben mußten, war notwendig, sollte nicht das Dasein zu einer unerträglichen Qual werden. Das anerkannte gewiß jeder versuchte dann, vernünftige Schutzhäftling.

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Als ehemaliger beamteter Seelsorger in einer Männer­strafanstalt weiß ich es, daß manchesmal die starke Auto­rität des Anstaltsleiters in Erscheinung treten und gegen Ruhestörer und Widerspenstige gesetzlich vorgesehene Strafen verhängen mußte. Er hatte sich aber bezüglich seiner Maßnahmen gegenüber höheren Instanzen zu ver­antworten, und gar manchesmal machten Gemaßregelte mit Erfolg von ihrem Beschwerder echt Gebrauch. Ich war einmal Zeuge, wie ein Beamter einen sehr scharfen Ver­weis bekam, weil er einem Sträfling gesagt hatte: ,, Hal­ten Sie das Maul!" Es wurde ihm sogar mit Disziplinar­untersuchung gedroht. Das war im guten alten Öster­

reich .

In Dachau herrschte der größenwahnsinnig gewordene preußische Zwirn. Der gewöhnliche SS- Mann genau so wie der Lagerführer waren schrankenlose Herren über Leib und Leben der ihnen zur Obhut Ausgelieferten, und ihr Leitsatz lautete: Jeder, der mich sieht, hat zu zit­tern!"

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Wenn ein Häftling. mochte er nun im früheren Leben was immer gewesen sein, ein Bischof, Fabriksdirek­tor, Universitätsprofessor, Generalkonsul, Mitglied einer Dynastie einem kaum 20 Jahre alten SS - Bengel be­gegnete, hatte er sofort die Mütze vom Kopf zu reißen und in militärischer Haltung vorbeizugehen oder Front zu machen. Wie viele Mützen sah ich in den Schmutz fliegen, weil ein halbtoter Mann in seiner Geistes­abwesenheit übersehen hatte, einen Peiniger zu grüßen! Und er war noch glücklich, wenn er nicht geohrfeigt wurde und keine Lagerstrafe bekam.

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