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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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Fahrt. Die Welt sucht nach Frei

, kein Priester,

er gesagt. d geweiht.

Hinten und vorne

inauf, das Eisen­urvt der Wagen Volltempo. selber auf die

-

fetzen. Obwohl es in diesen Wochen bereits sehr reg­nerisch und kalt war, ließ man ihnen keine Pullover, keine Socken oder Fußlappen, keine Mützen. Die Haare aber wurden ihnen selbstverständlich geschoren. Die alten Männer froren offensichtlich ganz furchtbar, aber es war uns leider unmöglich, ihnen zu helfen.

Die meisten von ihnen schleppten sich nur mehr mit großer Willensanstrengung im Tage zweimal zum Appell­platz. Einer stützte sich auf den andern, es war ein er­schütternder Zug des Elends. Dennoch trugen alle von ihnen heitere, ruhige, viele fast verklärte Mienen, manche von ihnen vermochten es noch, Scherzworte zu finden. Sie hatten mit dem Leben abgeschlossen und der Glaube half sen noch für die ihnen, das letzte und härteste Opfer zu bringen.

nd wir so dahin

salven auf.

So wollte es der

ein Leben in das Leben des

eben.

bei: Das Leben

netwa 600 Mann Geistlichen. Die

Greise im Durch

Als die SS sah, daß diese Abteilung nur sehr langsam und mühsam den ziemlich weiten Weg zum Appellplatz zurücklegen konnte, ließ sie die frierenden Greise mit ihren Holzpantoffeln schon lange vor Beginn des all­gemeinen Aufbruches fortklappern und dann, ohne Mütze, vor Kälte schlotternd, endlos warten und stehen. Da brachen viele sterbend zusammen.

Eines Tages waren etwa vierhundert von ihnen spur­los verschwunden. Wir sahen sie nie mehr wieder. Der Lagerarzt hatte sie als Invalide erklärt, sie wurden ge­meinsam fortgeschafft, ihr dem Dritten Reiche so wert­loses Leben endete in einer Gaskammer und ihr zerquäl­ter Leib im Krematorium. Aber ihr Andenken bleibt in Ehren. In dieser Zeit wurde ein Invalid entrans­port nach dem andern zusammengestellt, alle hatten sie die Gaskammer als Ziel. Die Schwerkranken, Tuber­

machten durch kulosen, Krüppel und Greise bangten deswegen um ihr

Wahrscheinlich es durchgemacht alle ohne ersicht gions- und Polen in Dachau ihre dünne Kazetler

armes Leben.-

Ein SS- Arzt ging im Revier mit einem Notizblock in der Hand von Bett zu Bett, sah sich flüchtig die Kranken­tafel an, ein kühler Blick in das angstvolle Auge des Kranken. Der Bleistift beginnt zu schreiben: ,, Nr. 17.904, gut!" Warum auch? Wertloses Leben gehört ausgemerzt.

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