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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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ab!

es Kommando: suchend über das Lager hin, leuchtete auch in unseren Zum Schlafraum über bleiche, regungslose Gesichter.

zu seinem Vor­B und meldete: estellt, 246 Häft­en, 2 entlassen!" ichgültig wie ein e Runde schwei­e und brummte:

gravitätisch ab.

pern der durch­der unterdessen

heiß ersehnten die Seele: ,, Weit weit, so weit!"- sen! Und gibt es

sein, in unserem mer, Von 4 Uhr wesen, gut drei opellplatz gestan­ert, Ich sagte oft endlich wieder

nun dürfen wir ht von der Hei­

ratterte irgendwo aßen; ab und zu Wolfshunde, die matten, dann und nem Wachtturm

Da auf einmal ein heiserer Ruf: ,, Auf, ihr Bande! Fußkontrolle!" Zwei junge, betrunkene SS- Männer pol­terten unvermittelt in den Schlafraum. Sie waren durch eines der offenen Fenster gesprungen, lachten und fluch­ten: ,, Na, wird es bald? Wir müssen doch nachsehen, wie sich die hochwürdigen Herren heute ihre Füße gewaschen Wacht auf, liebe Kinder! Heraus mit euren

haben.

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Extremitäten!"

Das elektrische Licht war aufgeflammt, tief erschrocken fuhr alles aus dem ersten, tiefen Schlaf: Schon wieder Fußkontrolle während der Nacht!

Jeder streckte die Füße den SS- Leuten entgegen, die mit uns wieder ein mutwilliges Theater veranstalteten, um sich den Nachtdienst amüsant zu verkürzen.

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,, Du, schau dir einmal die 0- Beine von diesem Kerl an! Und dreckig! Stubenältester, den lassen Sie morgen zwei Stunden Abortdienst machen, verstanden?"- ,, Ja­wohl, Herr Blockführer!" ,, Da schläft ja noch einer, den muß ich extra aufwecken: Auf, Rhinozeros! Ja, und dort duseln noch zwei ganz friedlich. Da müssen wir alle miteinander etwas exerzieren. Also, Achtung! Alles auf mein Kommando! Aus den Betten!"

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Wir sausten aus den Betten, um nicht mißhandelt oder bestraft zu werden. Dort fiel einer krachend vom zweiten Stock herunter, da mühte sich ein siebzigjähriger Pfarrer, mit seinen steifen Gliedern dem Befehl nachzukommen; einige hatten sich in der Eile an den kantigen Hölzern der Bettgestelle blutig geschlagen. Nun standen wir alle, nur mit dem meist sehr kurzen, oft zerrissenen Lager­hemd bekleidet, kältezitternd und dichtgedrängt in den schmalen Gängen zwischen den Bettgestellen. Wehe dem, der es gewagt hätte, mit einem Wort zu murren. Er wäre erschlagen worden, das wußte jeder nur zu gut. Die beiden Burschen brüllten vor Vergnügen: ,, In die Betten!"

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