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Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
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Und wieder ertönte ein schneidendes Kommando: Schutzhäftlinge, Stillstand! Mützen ab! Zum Herrn Lagerführer Augen rechts!

Der SS -Rapportführer schritt stramm zu seinem Vor- gesetzten, hob die Rechte zum Hitlergruß und meldete: 27.963 Schutzhäftlinge zum Zählappell gestellt, 246 Häft- linge in Arbeit, 687 im Revier, 71 gestorben, 2 entlassen!

Der Lagerführer ließ seinen Blick gleichgültig wie ein gesättigter Tiger einen Augenblick in die Runde schwei- fen, tupfte die Asche von seiner Zigarette und brummte: Blockweise einrücken! Damit ging er gravitätisch ab. Sein Dienst war erledigt.

Neue Kommandorufe. Endloses Klappern der durch- näßten Schuhe. Unter Gesang geht es der unterdessen kaltgewordenen Krautsuppe und dem so heiß ersehnten Strohsack zu. Ein Liedecho greift mir an die Seele:Weit ist der Weg zurück ins Heimatland, so weit, so weit!

Nur schlafen gehen, vergessen, vergessen! Und gibt es kein Aufwachen mehr, um. so besser.

Nächtlicher Besuch

Es mochte vielleicht 10 Uhr abends sein, in unserem Schlafraum lag alles in tiefem Schlummer. Von 4 Uhr früh an waren wir auf den Beinen gewesen, gut drei Stunden hatten wir tagsüber auf dem Appellplatz gestan- den, dazwischen gearbeitet und gehungert, Ich sagte oft in Dachau zu meinen Kameraden, wenn endlich wieder ein Tag zu Ende war:Gott sei Dank, nun dürfen wir

wieder das Kazet vergessen und vielleicht von der Hei-

mat und unseren Lieben träumen!

Stille war es geworden, weit draußen ratterte irgendwo

ein Zug vorbei, in dem freie Menschen saßen; ab und zu kurzes, wütendes Gebell im Zwinger der Wolfshunde, die tagsüber der SS -Lagerwache assistiert hatten, dann und wann tastete ein Scheinwerfer von einem Wachtturm

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