Druckschrift 
Als Priester im Konzentrationslager : meine Erlebnisse in Dachau / Pfarrer Leopold Arthofer
Entstehung
Seite
33
Einzelbild herunterladen

usammen, mag Schicksale der

Hem vertrauen

childerung des

Der Raum war also kahl und nüchtern, aber in den ersten Jahren immer peinlich sauber geputzt, denn die SS sah mit größter Strenge darauf, daß kein Stäubchen zu finden sei.

So durften wir zum Beispiel in den ersten Jahren nie­mals mit den Schuhen die Stube betreten, sondern mußten sie immer, auch im strengsten Winter, im Vorraum aus­ziehen und in der Hand tragen, wenn wir den täglich oftmals gereinigten und wöchentlich mehrmals mit Boden­wachs eingelassenen Fußboden der Stube beschritten. Wenn sich dabei viele ohne Socken verkühlten, so spielte das keine Rolle. Wir sagten oft zueinander: Der Fuß­boden und die schön gebauten Betten sind das höchste Heiligtum der SS in Dachau ." Wehe, wenn es hier fehlte! Da setzte es Ohrfeigen und Lagerstrafen ab. Alle Putzmittel mußten wir uns in der Lagerkantine selber kaufen.

tand außer den irka 30 nume­aus Holz und jede nach dem große, einfache Wohnungen, be­em unheizbaren baren Muscheln Letztere beiden gemeinsam be­sprach, meinte mung gehörigen el auf Block 28, essen, Die Stu­ut, aber immer Mann, ein unvor­der, qualvoller Die SS gab nicht niederge­

ieben längliche Bgeschirr, Hand­ein numeriertes

und vier elek­en wir nicht an­Zeichen. Einmal

d an die Wand, An seine Stelle it einer grell ge­rund polnischer arnung, die den

Der Schlafraum war so groß wie die Stube und hatte drei Reihen Betten übereinander, die so gestellt waren, daß eben jeder mit mehr oder weniger Schwierigkeiten seinen geliebten Strohsack erreichen konnte. In den ersten Jahren hatte jeder noch einen Strohsack allein für sich, auch ein Leintuch, Deckenüberzug und Überzug für das Strohkissen. In den letzten Jahren aber gab es keine Bett­wäsche mehr, wir hatten nur mehr den Strohsack und jeder zwei bis drei Decken dazu. Außerdem mußten wir zwei bis drei Mann auf einem Strohsack liegen und konn­ten uns buchstäblich nicht mehr umdrehen. In den Mona­ten vor meiner Entlassung teilte ich den Strohsack mit einem siebzigjährigen Franziskanerpater aus Mailand und einem französischen Geistlichen.

-

-

Im Waschraum gab es zwei Fontänen mit mehreren Hähnen und einige Wasserausläufe an den Wänden. Es war strenger Befehl, sich, auch im Winter, mit entblöß­tem Oberkörper zu waschen.

Wöchentlich einmal wurden wir blockweise zur Gene­ralreinigung in das große Lagerbad geführt. Dort muß­

3 Arthofer, Konzentrationslager.

33