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Dachau : Erlebnisse im Konzentrationslager / von Konrad Wüest Edler von Vellberg
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Eine unsagbare Grausamkeit hatte sich zu Anfang im Konzentrationslager Dachau zu einer Sportart ausgebildet. An einem Auto wurde ein Strick als eine Art Schleppseil festgemacht, und an das Ende desselben ein Häftling an­gebunden. Der Wagen wurde auf den ersten Gang ge­schaltet. Mit keuchenden Lungen mußte der angeseilte Häftling mitlaufen. Beim zweiten Gang jedoch war ihm dies unmöglich, er stolperte, schlug lang auf den Erdboden und wurde geschleift! Die Peiniger, Fahrer und Zuschauer johlten. Der Körper des Bedauernswerten wurde hin- und hergeschleudert, schlug auf Steine und Schotter auf, so daß er bald aus vielen Wunden blutete. Erbarmungslos raste der Wagen weiter. Staub und Straßendreck mengte sich mit dem Blut. Hingen zunächst Fetzen der Haut am Körper, so war nach wenigen hundert Metern das rohe Fleisch vom Körper gelöst und herausgerissen. Stand das Auto, war der Körper zu einer unkenntlichen Masse geworden. Diese grausige Prozedur wurde von jenen Teufeln mit der lako­nischen Bemerkung abgetan: ,, Wir machen Fleischbrühe!"

Trotz der Geheimhaltung dieser Grausamkeiten und Quälereien war nach und nach doch manches in die Be­völkerung durchgesickert, so daß durch Furcht vor diesen Maßnahmen die Unfreiheit sich im Nazi- Deutschland immer enger um die Kehle schnürte, das Zerbrechen dieser furcht­baren Schablonen von Jahr zu Jahr schwerer wurde. Alles gehorchte jenen gesetzlichen Maßnahmen gegen die Frei­heit, auch wenn sich alles innerlich dagegen aufbäumte. Das Volk wirkte also mit, selbst wenn es dagegen wirken wollte. Zwischen Familien und Blutsverwandten, zwischen

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