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Dachau : Erlebnisse im Konzentrationslager / von Konrad Wüest Edler von Vellberg
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bes an und tauchte am anderen wieder unter, gleichsam als reiche er rings um den Erdball.

Wir waren schon müde vom Schauen. Da glänzten uns durch das farbene Tor silberne Punkte entgegen. Sie blink­ten auf und erlöschten in gleichem Rhythmus. Was ist das, fragte ich meinen Nebenmann? Er aber schwieg und wir staunten weiter dem Wunder entgegen. Wie war das schön! Aus den blauschwarzen Sturmwolken war es herausgebro­chen. Nun bildeten diese mit dem großen Torbogen in seiner Pracht, den Hintergrund für das traumhafte Schauspiel.

Das Aufblinken der Lichter wurde regelmäßiger und grö­Berda jagte es heran: Eine große Zahl Kiebitze! Es wim­melte von schweren Vogelleibern. Das Abendlicht lag auf den dunklen Gewändern. Und immer, wenn der schwarze Mantel ihrer Flügel sich zum Schlage hob, dann strahlten die weißen Leiber in der gleißenden Sonne. Die raben­großen Vögel begannen zu kreisen. Sie warteten auf die heftigeren Windstöße. Sie wußten, daß diese vor dem Ge­witter noch aufkommen mußten. Dann trieben sie mit den Sturmfahnen ihre Spiele. Das wogte auf und ab, es schim­merte wie ein schwingendes Band schwarzer und weißer Perlen. Immer wieder, wenn ihre starken Schwingen hoch­standen, blendete uns das weiße Gefieder entgegen. So waren sie ganz nah an uns herangekommen. Das erwartungs­volle Schweigen, das bislang über dem lyrisch schönen Bilde lag, wurde nun unterbrochen durch den hellen Schrei der Vögel und nahm uns das Traumhafte des Ganzen. Die Wirk­lichkeit rief uns zurück, hart, ernüchternd scholl das Kom­mando: ,, Häftlinge, still gestanden!"

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