Druckschrift 
KZ Sachsenhausen / im Auftrag des Hauptausschusses "Opfer des Faschismus" herausgegeben von Lucie Großer
Entstehung
Seite
30
Einzelbild herunterladen

3. Aktion gegen politische Häftlinge der Lagerzentrale( Schreib­stube):

Im Jahre 1942, am 1. Oktober, wurden diese Genossen ihrer Lagerfunktionen enthoben und zum Zellenbau gebracht. Einige Tage später kamen durch diese Aktion 18 unserer besten Genossen auf Transport in das Straflager Flossenbürk. 4. Aktion gegen Juden:

Diese Aktionen erstreckten sich über die ganze Dauer des Bestehens des Konzentrationslagers. Viele Tausende wurden dabei vernichtet. Zu einem Teil wurden sie im Lager( Indu­striehof) erschossen, zum Teil bei der Arbeit totgeschlagen. Bei der systematischen Vernichtung während der Arbeit waren in der Hauptsache SS- Angehörige, aber auch aus den Reihen der Häftlinge, Berufsverbrecher, asoziale Häftlinge und sonstige schlechte Elemente beteiligt. Es wurden auch Judentransporte zur Vernichtung nach verschiedenen Straf­lagern zusammengestellt, so z. B. nach Mauthausen , Flossen­bürk, Bergen, Belsen und Lublin . Auch auf dem zum Lager gehörigen Klinkerwerk fanden viele Juden durch Hunger und Kälte den Tod.

5. Aktion gegen Homosexuelle im Jahre 1943:

Dieselben kamen nach dem zum Lager gehörigen Außen­kommando Großziegelwerk( Klinker), wurden dortselbst er­schossen, totgeschlagen und über die Postenkette getrieben. Die Zahl dieser betrug 100 bis 200.

6. Aktion gegen die Kranken( Körperschwache und Tuber­kulosekranke):

Gegen diese wurden etwa drei bis vier solcher Aktionen durchgeführt, vor allem in den Jahren 1943 und 1944 Trans­port nach Bergenbelsen und Lublin . Ob die kranken Häft­linge dort angekommen sind und was dortselbst aus ihnen ge­worden ist, ist uns nicht bekannt. Transport ,, Kräutergarten" und ,, Sonnenberg" waren fingierte Namen, deren Lager nicht vorhanden waren. Diese Häftlinge wurden wahrscheinlich erschossen oder in Gaszellen umgebracht. Auch wurde eine Reihe von schwerkranken Häftlingen direkt nach dem zum Lager gehörigen Krematorium gebracht. Die Zahl der dabei ums Leben gekommenen Häftlinge ging in die Tausende. An­fang Februar 1945 wurden etwa 1000 Häftlinge erschossen und in Gaszellen vergiftet. Das war eine Reichsmaßnahme. 7. Aktion gegen Amtsanmaßung:

30

Dabei handelte es sich besonders um Berufsverbrecher und asoziale Häftlinge. Dieselben kamen alle nach dem zum Lager