Dieser Block war ähnlich wie die SK und Block 7 vom restlichen Lager durch eine Mauer getrennt. Auf dem Hofe hält der SS- Mann. In einem fast väterlichen Tone erklärte er den Häftlingen, daß sie keine Furcht zu haben brauchten und daß es ihnen im Lager gut ergehen würde. Zu essen und zu trinken sollten sie ebenfalls genügend haben. Zwar würden sie zu einer unangenehmen Arbeit verwendet werden, aber bei dieser Arbeit würden sie bestimmt das Lager durchhalten. Wenn aber einem von ihnen diese Arbeit trotzdem nicht gefallen sollte, so könnte er sich ja bei ihm melden.
Der Blockälteste von Block 3 trug ebenfalls einen Stern auf der Brust. Er nahm alle karteimäßig auf und sie durften jetzt auf die Stuben gehen. Auch ihr Schrecken, der SS- Mann, verschwand plötzlich, nachdem er vorher seine Rückkehr für vier Uhr morgens angekündigt hatte.
Die Neuangekommenen bemerkten sofort, daß sie auf den Stuben fremde Plätze eingenommen hatten. Auf den Kojen lagen noch Decken, Bekleidung, und vor allem Lebensmittel in Mengen, wie man sie seit langer Zeit nicht mehr gesehen hatte. Der Blockälteste bemerkte dazu, daß sie alles, was sie hier vorfänden, als ihr Eigentum betrachten dürften. Das klang etwas merkwürdig, aber niemand überlegte es lange. Man stürzte sich auf das Essen, denn man hatte seit mehreren Tagen keins mehr zu sehen bekommen. Weißall diese herrbrot, Butter, Schmalz, gute Würste, Honig, Zucker lichen Genüsse waren reichlich vorhanden. Während der nächsten Stunde sprach niemand ein Wort. Alle aßen schweigend und dachten an nichts. Und dann ging jemand zum Blockältesten, um ihn zu bitten, die gefundenen Sachen anziehen zu dürfen. Der Blockälteste erlaubte es.:
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Nun wurde die Bekleidung anprobiert, die Nummern und Sterne wurden angenäht. Symek Rosenthal war, zuerst mit dem Nähen fertig. Er suchte einige dicke Wolldecken zusammen und legte sich hin. Alles war ihm unverständlich. Man hatte ihn doch nicht ins. Lager gebracht, damit er sich an Weißbrot und Butter sattessen sollte. Hier war doch etwas nicht in Ordnung. Die Sachen, die sie auf dem Block gefunden hatten, konnten nicht aus dem Lager stammen. Gab es doch im ganzen Verpflegungsmagazin des Lagers kein einziges Stück Weißbrot, kein Gramm Butter, von den herrlichen Würsten ziviler Herkunft ganz zu schweigen.
Zweifellos hatte er jedoch diese Sachen auf seiner Koje vorgefunden. Woher waren sie gekommen? Wer hatte sie hierhergebracht? Und wo war nun dieser Mensch?
Im Augenblick, als sie den Black betraten, gab es dort niemanden zu sehen, und doch fand man in jeder Koje Spuren ihrer Bewohner. Über solchen Erwägungen schlief Symek Rosenthal ein.
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