i Früh am Morgen weckte ihn ein Lärm, und kaum war er zur Besinnung. gekommen, da faßte ihn jemand am Fuß und zerrte ihn aus der. Koje, Im Halbdunkel gewahrte er die ihm bekannte Gestalt
des großen SS-Mannes von gestern. In fünf Minuten waren die ‘dreißig Mann zum Antreten bereit. Es wurde abgezählt und sie mar- ‚ schierten los._:= B e Das Lager‘war noch leer. Sie durchschritten das Tor, durch. wel- . ches sie gestern das Lager betreten hatten und befanden sich. jetzt auf einem morastigen Wege.‘Nach einigen Kilometern Weges be- traten sie einen kleinen Birkenwald. Hier, verbot eine Tafel unter Todesstrafe das Betreten des Wäldchens. Sogar die SS -Männer - mußten einen besonderen Passierschein haben. Bald erblickten sie ‘ einige Häuschen, die mit Stacheldraht umgeben waren. Rings, um| den Drahtzaun standen mit Maschinenpistolen bewaffnete SS-Posten. 'Symek Rosenthal begann sich zu fürchten. Instinktiv spürte er, daß er. vor der Enthüllung eines grausigen Geheimnisses stand. Vor einem der Häuschen befahl der große SS-Mann zu halten. Gehorsam hielten alle. Der SS-Mann zog seine Pistole hervor und sagte, daß sie schon an Ort und Stelle wären. Sie würden auch - gleich mit der Arbeit. beginnen. Und wenn es jemandem nicht ge- fiele, der könnte sich bei:ihm melden! Hier wies eı bedeutsam auf seine Pistole hin. Danach teilte man die ganze Kolonne in Gruppen zu zehn Mann ein. Der SS-Mann bestimmte für jede Gruppe einen Vorarbeiter, den er für die Schnelligkeit und Genauigkeit der Arbeit “verantwortlich machte. Symek wurde der Gruppe zugeteilt, die im - Hause arbeiten sollte, vor dem sie gerade hielten.- Das Häuschen sah von außen etwas merkwürdig aus. An Stelle
»der üblichen Fenster war&n. große Klappen angebracht, die wie Fen- sterläden aussahen und die man mit eisernen Schrauben schließen ‘konnte. Da, wo diese Klappen an den Öffnungen“ fest anliegen sollten, waren$ie mit Gummi versehen, der eine genaue Abdich- ‘tung gewährleistete.:;;
"Auf‘das Kommando:„Zur Arbeit!’ betraten die Häftlinge unter
der Führung eines SS-Mannes das Häuschen. Es war in zwei Teile
geteilt. Links befand. sich eine Tür mit der Inschrift„Warteraum” -— und an der rechten Tür hing eine Tafel in drei Sprachen mit der « Inschrift„Baderaum”.:\
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©»" Symek und seine Gruppe betrat zunächst den„Warteraum.. Eine Anzahl Handkoffer lagen‘auf den Fußböden, die Bänke und Kleider- "haken waren. voll Bekleidungs- und Wäschestücken. Der SS-Mann
“ befahl, das alles in einen Schuppen zu tragen, welcher sich hinter\_ dem Häuschen befand. Zur Bekräftigung seines Befehls versetzte er jemandem. einen Fußtritt in den Unterleib. Mit, einem Sprung war Symek in der gegenüberliegenden Ecke des Warteraumes. Er war
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