I. Kapitel
,, Häftling 8214 meldet sich gehorsamst zum Strafrapport... Hinter einem breiten Schreibtisch, unter dem Bild des Führers, saẞ SS- Hauptsturmführer Fritsch, der Lagerführer des Kz. Auschwitz . Er hob den Kopf...
,, Na...", kleine, schwarze Glotzaugen musterten, meine straffe Haltung ,,, was hast du ausgefressen?"
,, Ich habe zwei Schüsseln Abfälle aus der SS - Küche organisiert", brachte ich so laut, wie ich nur konnte, heraus.
In den Augen von Fritsch blitzte es auf...
"
Was? Du hast organisiert? Gestohlen hast du, du Hund! Die Abfälle aus der Küche sind zum Schweinemästen bestimmt. Und die Schweine sind für die SS... Sabotage!!!" Für einen Augenblick brach er ab, dann: ,, Bist du schon bestraft?"
,, Nein."
Neugierig blickte er mich an.
,, Wie lange bist du im Lager?"
"
, Ein halbes Jahr."
-
SS- Hauptsturmführer Fritsch stand auf. Langsam schwankte er auf seinen komisch dünnen X- Beinen auf mich zu. Das blaßgelbe Gesicht des Leberkranken rötete sich...
,, Ein halbes Jahr", wiederholte er.. ,, Seit wann bestiehlst du den deutschen Staat?"
,, Dies war das erstemal", begann ich, aber ein gutgezielter Schlag in den Magen hinderte mich daran, den Satz zu beenden.
,, Halt das Maul, du schwindelst!. Wenn du nicht stehlen würdest, hättest du schon in den letzten drei Monaten durch den Schornstein fliegen müssen, das ist wissenschaftlich berechnet worden." Er blickte mich kurz an. Du lebst zu lange", wandte sich an den bis jetzt schweigenden Häftling aus der Schreibstube: ,, 25 und SK. Raus!" Letzteres galt wieder mir.
Ich schlug die Hacken zusammen.
,, Häftling 8214 bittet abtreten zu dürfen."
,, Hau ab!"
Im nächsten Augenblick war ich draußen. Mechanisch meldete ich mich am Tor und schritt weiter auf den Block zu. Ich war wie betrunken. Das unerwartete harte Urteil machte mich benommen, bedrückte mich so sehr, daß ich keinen Gedanken fassen konnte.. Aufdringlich dröhnte es mir in den Ohren: SK... SK... SK...
5


