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dem - mit
- liche Arbeit des Blockältesten und des Blockschreibers. Binnen einigen Stunden wurden die zur Vergasung bestimmten Häftlinge auf LKWs verladen und zur Gaskammer gefahren. Bis zu dieser Zeit = mußte der Schreiber ihre Karteikarten heraussuchen und sie dem -„Transportleiter-aushändigen. Man mußte die tätowierte Nummer eines jeden Kranken von seiner Hand ablesen und für den noch = lebenden Häftling eine„Todesmeldung“ mit einer erdichteten Todes- _ ausschreiben. All das mußte in etwa zwei Stunden erledigt werden, nicht zu vergessen, daß die durchschnittliche Anzahl an “Opfern bei jeder„Auswahl” etwa fünfhundert Personen betrug. So- 25 bald diese Arbeit beendet war, begann die„Vorbereitung“ zum Transport. Die Kranken, welche aus eigenen Kräften das Auto be- "steigen konnten, wurden vorn hingestellt, die schwächeren hinten hingelegt. * Die Autos kamen vorgefahren, man stellte.die Treppen an und die Verladung begann. Zwei Mann stiegen auf das Auto, die anderen zwei blieben unten. Diejenigen, welche unten standen, schrieben ‘die Nummern auf, die anderen wiesen dem Kranken auf dem Auto
IE seinen Platz zu. Ein Auto konnte ungefähr achtzig Kranke auf-
_ nehmen. Zum Tragen der Bewußtlosen wurden sogenannte„Leichen- kommandos“ verwendet. Das waren großgewachsene, Burschen, 2= welche, die Lagerführung zusätzlich verpflegte.- Jeder ergriff mit der einen Hand einen, mit der änderen den anderen Kranken am Kragen und schleifte sie am Boden’ zu den Autotreppen. Im Auto wurden die schwerkranken Menschen schichtweise aufeinandergelegt, die schwächsten. zu unterst, die, welche noch hörbar gestöhnt hatten,_ 7 oben darauf. Die Kranken wurden unter der Aufsicht einiger SS- “— Männer aufgeladen, die die ladenden Häftlinge mit Peitschen an- trieben. Nachdem der Hof leer war und das letzte Auto durch das 2 Tor fuhr, begann man’ aufzuräumen. Da ich ja gesund war, meldete ich mich zur Arbeit. Nach einer Stunde streute man Chlor auf den sauberen Hof und erwartete den neuen„Zugang“.‘So ging es. viele Monate, lang auf Block 7. Nach meiner Rückkehr auf den Block stellte ich fest, daß in der Zwi- schenzeit etwas Ungewöhnliches geschehen war. Der.Blockälteste und der Schreiber zankten miteinander und fuchtelten mit den _ Händen, wobei Viktor irgendeinen Zettel in der Hand hielt. Es hatte. sich herausgestellt, daß beim Vergleich der aufgeschriebenen' Num- mern mit der Liste der abgegebenen Karteikarten ein großer Irrtum - entstanden war. Man hatte dem Transportleiter eine falsche Karte ausgehändigt. Der Häftling, dessen Karte und„Todesmeldung” er. _ empfangen hatte— befand sich noch‘auf dem Block, und Dr. Krause hoffte, ihn am Leben zu behalten. Die Personalkarte des zur Ver- _ bestimmten Häftlings dagegen war in der Kartei geblieben. E


