Druckschrift 
Mützen ab ... : eine Reportage aus der Strafkompanie des KZ. Auschwitz / Zenon Rozanski
Entstehung
Seite
53
Einzelbild herunterladen

We:

sehe mich schon im warmen Bett, in.dem man von früh bis abends " ausruhen kann. Ein Wunder! S: "Bock nimmt jetzt den dritten Zettel in die Hand:

Die Vorgerufenen stellen sich in Doppelreihe auf! spricht er mit veränderter Stimme.. Ich schaue auf Georg. Er senkt den Kopf und tut, als.ob er sich für die eigenen Stiefel interessieren würde.

Etwas scheint nicht zu klappen, denke ich schnell.||

- Erst später erfuhr ich die Wahrheit. Die Häftlinge, die auf der letzten Liste aufgeführtwaren, solltenSpritzen erhalten. Das waren diejenigen, deren Karteikarten ‚während der Durchsicht in der Hand von Entres geblieben waren.:

Eine Spritze bedeutete den Tod!-

Dazu wurden diejenigen verurteilt, die vom Lagerarzt als arbeits- unfähig bezeichnet wurden. Man stellte sie in Doppelreihen auf und führte sie auf Block Nr. 20. Hier im Waschraum erwartete sie schon der Sanitätsunteroffizier des Lagers, SS-Oberscharführer Clair,. in

. Begleitung eines.Gehilfen.= EIE

Der eintretende Häftling wurde auf einen Schemel gesetzt. Clairs Gehilfe Panszezyk verschränkte ihm die Hände auf dem Rücken, so daß er nicht die geringste Bewegung machen konnte.Professor Clair, wie man. ihn im Lager nannte, hielt eine schon im voraus zubereitete Spritze, die mit Phenol gefüllt war, bereit. Unversehens. stach er mit einer: geschickten Bewegung dem Sitzenden. die Nadel ins Herz und drückte. auf den ‚Kolben. i;

Einige Zuckungen, und die Leichenträger warfen den Körper in eine Ecke des Raumes, wo sie ihn mit einer Decke zudeckten. Einen Augenblick später trat der nächste Patient ein.

Der Rekord, dessen sichProfessor Clair. vor seinen. Kollegen rühmte, betrug sechzig durch Spritzen'Erledigte in einer Stunde.

> X. Kapitel

Die wenigen Ruhetage, mit denen ich gerechnet hatte, als ich mich ins Lazarett begab, wurden nun zu einem langandauernden Urlawb. Die Häftlinge, welche den Block 20, auf dem ich lag, lei-

- teten, Häftlingspfleger und Häftlingsärzte, fanden an mir immer neue Krankheiten, welche den Vorwand zu, meinem weiteren Ver-; bleib auf diesem Block bildeten. Dieselbe Hilfe leisteten sie auch

R anderen Kameraden. aus der SK. Später wurde es sogar üblich, daß ein SK-Mann, abgesehen von seinem Gesundheitszustand, erst dann aus dem Krankenbau entlassen wurde, wenn sein Entlassungstermin

‚aus der Strafkompanie festlag. Ich hatte also den Winter hindurch

ni- Br; 53