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Mützen ab ... : eine Reportage aus der Strafkompanie des KZ. Auschwitz / Zenon Rozanski
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schlug mit dem Rücken gegendie Latrinenwand. Bald faßte er sich aber und ging.zum Gegenangriff über, 2;

Doch Teo war schneller. Mit der Technik eines Berufsboxers' hielt er Karl in angemessener Entfernung vom Leibe, wobei er ihm eine Serie vorschriftsmäßiger Kinnhaken verabfolgte.

+ Schreiend fiel Karl bewegungslos zu Boden.:

Und jetzt, nachdem ich dir auf die. Drohungen und das gemeine_ Verhalten mir gegenüber eine gebührende Antwort gegeben habe, will ich dir noch für diesen Jungen antworten. Du sagtest doch zu ihm ‚Saupole, nicht wahr?

Der liegende Karl nickte gehorsam mit dem Kopfe.

Ja, aber ich bin doch ein Reichsdeutscher", sagte er, sich ent- schuldigend.>

Nein, mein Lieber, du bist ein"Bandit, und als solcher wurdest du im Gefängnis eingesperrt und kamst später ins Lager. Dein eigener Staat, dein eigenes Volk hat dich aus der Volksgemeinschaft als einen schlechten Menschen, also als einen schlechten ‚Reichs- deutschen ausgöschlossen. Dieser Junge- aber, der kam eben des- halb ins Lager, weil er für sein Volk ein guter Mensch, ein guter.

* Pole war. Und deshalb haben wir Deutsche ihn als einen politischen Häftling im Lager eingeschlossen. Und du sagst zu ihmSau er 'schüttelte,den Kopfschäm dich, Karl. Jetzt half er ihm auf- stehen und putzte ihn ab, indem er sein Gespräch fortführte:siehst du, Karl, wir wurden doch alle.hier im KZ von unseren Feinden eingesperrt. Diejenigen, welche mich und unsere deutschen Ka- meraden einsperrten, haben auch ‚unsere Kameraden anderer Na- tionen eingesperrt: Polen, Russen,Juden, Franzosen , Tschechen usw., wir sind ja alle in ein. und derselben Lage. Auf uns wie auch auf die anderen warten zu Hause Mütter,"Frauen 'und Kinder. Wir haben doch alle ein gemeinsames Schicksal. Wir bilden hinter dem Stacheldraht eine_eng verbundene, geschlossene ‚Gemeinschaft. Und einst wollen wir alle die Freiheit sehen, du, ich und viele andere. Frei können wir aber nur dann werden,. wenn wir wie eine große Familie zusammenhalten. Teo hob seinen Kopf noch höher.Wir müssen uns helfen. Wir müssen durch unser.Verhalten den SS-Män- nern zeigen, daß die nationalen Unterschiede im Gegensatz zu ihrer Ideologie ein ganz großer. Quatsch sind. Daß Menschen verschie- dener Nationen Brüder sein und brüderlich leben können. Verstehst du: das?.Fragend blickte er Karl an. -_ Dieser schaute ihn nur mißtrauisch an.

Na, verstehst du das?"-wiederholte- Teo seine Frage.

Bist du nicht zufällig Bibelforscher?" antwortete Dachdecker mit einer Gegenfrage. Br i

Teo senkte denKopf.