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Mützen ab ... : eine Reportage aus der Strafkompanie des KZ. Auschwitz / Zenon Rozanski
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Willi lief sofort zum Kapo Johny, bleich wie wir alle. Kurz dar­auf hörten wir einen Pfiff, der eine Arbeitspause bedeutete und gleich nachher Befehle a

,, Kompanie antreten!"

Auf ein solches Kommando warf jeder Häftling das Werkzeug hin und lief, so schnell er nur konnte, zum Appellplatz. Wir stellten uns gruppenweise auf.

Die Kapos und der Kommandoführer begannen zu zählen. No­waczyk war in keiner Gruppe. Wir neunzehn Mann wurden sofort von den übrigen getrennt und der Obhut dreier fremder Vorarbei­ter empfohlen. Indessen begann man das Arbeitsgebiet der SK genau zu durchsuchen. Nach einer halben Stunde war jede Ecke, jeder Strauch kontrolliert. Nowaczyk war nicht zu finden. Es unter­lag nicht dem geringsten Zweifel, daß er geflohen war.

Die ganze Wut des Kapos und des Kommandoführers entlud sich nun über uns. Zuerst erhielt jeder fünfundzwanzig Stockschläge und alles andere mußte man dem Glück überlassen. Mich hatte es offen­sichtlich begünstigt; denn mir brauchte niemand bei der Rückkehr ins Lager zu helfen. Die anderen wurden getragen...

Während des Appells nahm unsere Gruppe gesondert Aufstel­lung. Nach etwa einer halben Stunde ertönt der gellende Schrei des Blockältesten: Achtung!", und Fritsch trat in Begleitung einiger Unteroffiziere auf den Hof. Eine Weile sprach er mit dem Block­führer Gerlach und kam dann auf uns zu.

Willi meldete die Tatsache der Flucht. Er bekam sofort einige in die Zähne, worauf Fritsch eine kurze Rede hielt:

"

, Gemäß dem Befehl des Reichsführers der SS Himmler seid ihr alle zum Tode verurteilt... Verstanden?"

,, Jawohl!"

Er nickte kurz Gerlach zu und ging fort. Wir aber hörten das Kommando: ,, Rechts um!... In Doppelreihe, marsch!"

Das ging alles so schnell, daß wir gar nicht Zeit hatten, uns zu besinnen. Drei Minuten später befanden wir uns schon im Bunker, zehn Mann in der einen, neun in der anderen Zelle. Ich gehörte zu den neun Mann.

Die Zelle war dunkel, ohne Fenster. Oben befand sich eine kleine Öffnung, durch welche Luft hereinkam. Drinnen herrschte Zwielicht.. Nach einigen Minuten gewöhnten sich jedoch die Augen daran, Wir ließen uns auf den Betonfußboden nieder.

Meine Leidensgenossen waren der Pole Brodacki aus Neu- San­dez, der Deutsche Konrad Merschel aus Ostpreußen , der Deutsche Willi Mengler aus Sachsen , der Tscheche Dr. Sinkowic aus Prag , die Polen Josef Kowalczyk und Heinrich Stanko aus Warschau . Die Namen der zwei übrigen kannte ich nicht.

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