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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
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chen, denn immer noch lag draußen Schnee. Wir konnten endlich unsere Sachen trocknen. Bald kamen Milch, Lebensmittel aller Art. Wir aßen das Fleisch, frischgebackenes Brot und tranken zum ersten Mal nach vielen Jahren Vollmilch, warme Vollmilch- das Dümmste allerdings, was wir in dem Augenblick tun konnten. Die Folgen sollten sich nur allzubald zeigen. Und dann wurden wir langsam zu einzelnen Familien gebracht, die sich darum beworben hatten, einen Priester oder auch zwei aufzunehmen. Inzwischen hatte die SS die 8000 Gefangenen ein­fach im Wald sich selbst überlassen und war in dieser Nacht eiligst geflohen. Am Morgen des fol­genden Tages kamen dann

die ersten Amerikaner

durch das Dorf. Wir waren durch sie befreit. Für das Dorf bedeutete es freilich eine ungeheure Belastung, auf einmal von 8000 Häftlingen, ausge­hungerten Gestalten, von denen die meisten bereits eine Hungerruhr hatten, Russen und Juden, über­schwemmt zu werden. So konnte auch garnicht aus­bleiben, daß unerquickliche Verhältnisse für das Dorf heraufbeschworen wurden. Aber daran waren ja schließlich nicht die Häftlinge schuld. Fünf Tage später wurden alle Gefangenen mit Ausnahme der Priester von den Amerikanern zusammenge­zogen und in der SS- Junker- Schule in Bad Tölz untergebracht.

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Für uns Priester begann bei allem Glück eine böse Zeit: denn am nächsten Morgen waren wir alle ohne Ausnahme von einem ruhrartigen Durchfall ergriffen. Die Ursache war wohl bei allen eine schwere Unterleibserkältung, Darmkatarrh.

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P. Provinzial und ich waren. bei einem Gestütsbe­sitzer Schnellinger aus München , der hier draußen sein Landgut hatte, untergebracht, im klei­

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