Vorwort
Ein persönlicher Erlebnisbericht ist dies, keine Chronik. Ich schrieb ihn kurz nach meiner Befreiung für das Provinz- Archiv. Mit anderen Berichten sollte er Unterlage für eine Geschichte unserer Provinz im Dritten Reich sein. Damit ist seine Grenze gezeigt: er bringt einen Ausschnitt, ein Einzelschicksal und nennt die andern nur von dieser Sicht her. Andere haben länger und mehr gelitten, sicherlich noch aufregendere Situationen erlebt, standen auch mehr in der Strudelmitte der Ereignisse, die um unsere Provinz und um Schönstatt brandeten. Der Bericht war darum auch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt und sollte nicht die übliche Kz.- Literatur vermehren. Aber nachdem gute Freunde ihn im Ausland in die Öffentlichkeit gebracht hatten, mag er auch im Inland dem engeren Freundes- und Bekanntenkreis zur Verfügung stehen.
Den Bericht veranlaßte neben der genannten Absicht noch ein Zweites: Der Dank, der mich sprechen läßt: Misericordias Domini et Dominae in aeternum cantabo!
Dieses Wort würde wohl zu einem mächtigen Jubelchor, wenn alle anderen ihren Weg berichten würden. Es ist wohl keiner, der es nicht erlebt hätte und dankbar bekennt.
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Einer der Mitbrüder auch er einer, der lange Zeit im Gefängnis war meinte:„ Der Bericht liest sich so spannend, daß ich den Eindruck habe, man vergiẞt darüber das Dunkle und Schwere, was da genannt ist". Richtig! Aber das wird wohl nie einer nachfühlen können. Was ist schon gesagt, wenn man in dürren Worten und Zahlen berichtet: ,, in dem Winter von 1944 auf 1945 starben im Lager bei 15 000 Men
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