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Meine Gefängniszeit
Verhaftet wurde ich am 22. Dezember 1942. Der Tag sollte schön werden. Ich hatte mich am Morgen nach der Messe kurz auf das Bett gelegt, denn ich war sehr müde. Es war Dienstag. Am vorherigen Sonn- tag hatte ich 4 Predigten gehalten: zwei in der Ge- meinde, die Männerpredigt im Limburger Dom , eine Jugendpredigt in Eschhofen . So war ich müde Am Nachmittag dieses 22. Dezember 1942 sollte die Generalprobe unseres Weihnachtsoratoriums— die „"Christnacht“ von: Haas.— stattfinden. Ich hatte dazu als Organisten P. Karl K. von Rheinberg her eingeladen. So wollte ich nach dem Gottesdienst nun noch etwas ruhen, um den kommenden Anstrengun- gen gerecht zu werden.
Die liebe Weihnachtszeit stand vor der Tür. Wie waren die Pläne doch so schön.“Ich sollte die Mitter- nachtspredigt in unserer Marienkirche halten. Sie war bereits entworfen über die unsterbliche Strophe aus dem Verbum supernum vom heiligen Thomas „Im Kripplein wollt er Bruder sein, im Brote unsere Speise sein, im Tode unser Heiland sein, im Himmel unsere Freude sein“. Dann die Bubenweihnacht, der „heimliche Advent“ am Weihnachtsmorgen. Mit den Ministrantenbuben hatte ich eine schlichte, doch zu Herzen gehende Weihnachtsvorfeier eingeübt— zum erstenmal für Eschhofen . Dann unser Weihnachts- oratorium, das erste Auftreten unseres Mädchen- chores und dann am 27. Heimfahrt und Weihnacht daheim. Dort wollte ich meinen Bruder Werner nach seiner Verwundung treffen. So dachte der Mensch, Gott aber— lachte.
Ich hatte mich kaum niedergelegt, als ein Unruhe- gefühl plötzlich mich wieder auftrieb. Ich hatte ein
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