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geschmückte Altar der Maienkönigin; dort das Bild der Immaculata; dort im Fenster aufglühend von dem ersten Licht des Tages das Bild der Rosenkranz- königin. Ich habe nichts gebetet an diesem Morgen, sondern war einfach in einer seltsam ruhigen Weise glücklich. Ich meine, seit diesem Augenblick einen Vorgeschmack davon zu haben, wie das ist, wenn das Gewand unserer Zeitlichkeit von uns abfällt. Die letzte Strophe meines Gedichtes war in wunder- samer Weise Wirklichkeit geworden:
„Welt, Schuld und Leid und Zeit versinkt,
Des Raumes Kerker: vorbei, vorbei!
Und die Seele ein seliges Wissen trinkt,
Daß hier, erst hier die Heimat sei.
Dann bin ich frei!“ Die Kirche war eine schöne Barock-Kirche, wie sie in Oberbayern ja so häufig sind. Ihr Gold und Far- benschmuck war nach der fürchterlichen Eintönig- keit und Farblosigkeit des Moorlagers Dachau wirk- lich für uns wie ein Bild des Himmels. Bereits früh, um 6 Uhr, las P. Stumpf die hl. Messe, wir andern kommunizierten. Bald war auch die Kirche von Gläubigen angefüllt. Der Pfarrer hielt eine kleine Ansprache, erklärte den Leuten, wer diese schmutzigen, verwahrlosten, unrasierten und unge- pflegten Gestalten da vorne seien, und sichtlich tief gepackt und zu Tränen ergriffen bat er die Leute, mitzuhelfen, uns in gute Pflege zu nehmen. Das haben die Leute denn auch an den nachfolgenden Tagen reich und überreich getan. Ich sah, wie die beiden Judenbüblein, die zunächst noch lange, sehr lange geschlafen hatten, später auf den Bänken kauerten, die Händchen gefaltet und mit einer An- dacht, die ihresgleichen sucht, den heiligen Hand- lungen folgten. Sie hatten das innere Bedürfnis, Gott für ihre wunderbare Errettung zu danken.
Und danach wurden wir geteilt. Die Hälfte zog ins Pfarrhaus, die andere Hälfte richtete sich in der Sakristei ein. Da brannte schon ein helles Feuer-
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