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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
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Geschichte selbst aber war ergreifend. Er berichtete von ihrem ,, Weihnachtsfest in den Kasematten des Kz. Maria- Theresienstadt". Mehrere Priester waren dort als Gefangene zusammen mit tschechischer In­telligenz und anderen Leuten. Da beschloß man nun, in der Weihnachtsnacht ein feierliches Amt zu halten. Das sagte sich leicht, aber man bedenke: nichts, aber auch garnichts war vorhanden, um eine Messe zu feiern; nicht Kelch, nicht Gewand, nicht Altartuch, nicht Kreuz, nicht Hostie, nicht Wein, garnichts. Und mit Zähigkeit und gegen alle Wider­stände und alle Aufsicht hat man sich alles nach und nach beschafft. Ein Wasserglas war der Kelch, ein Blechstück von einer Konservendose die Patene. Mühselig hat man sich aus Taschentüchern Kelch­tüchlein bereitet. Als Meßgewänder dienten alte Kaftane von polnischen Juden. Wein und Hostie hatte man bei der Arbeit draußen unter Lebens­gefahr sich zu beschaffen gewußt. Aber man hatte ja auch kein Meßbuch. Alle Priester taten sich zu­sammen und langsam haben sie aus dem Gedächtnis die Meẞgebete rekonstruiert; die feststehenden Teile gingen ja leichter, aber die wechselnden Teile mögen vielleicht nicht in jedem Wort übereingestimmt haben. Auch Kerzen beschaffte man. Und nun war es ein ganz armes, ganz schönes Weihnachtsfest. Mitten in der Nacht, als man zwischen zwei Kontroll­gängen sich vor der Überraschung sicher glaubte, sang man ein Hochamt. Man sang es allerdings nur mit leiser Stimme, die nicht über die Türe hinaus­dringen durfte. Gläubige und Ungläubige nahmen daran teil, denn es war eine Gemeinschaftszelle, ein Redakteur einer Zeitung ebenso wie arme Arbeiter. Und wie uns Waclav berichtet, mit welcher Andacht und Freude sie nach Monaten der Entbehrung den Heiland empfangen haben, da haben wir sein Kau­derwelsch längst vergessen und sind ergriffen von diesem Bild: die heilige Messe in der Weihnachts­nacht in den Kasematten des berüchtigten Kz. Maria­

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