dieser böse Schneesturm ein. Meterhoch liegt der Schnee. Er wird vom Wind aufgewirbelt, sodaß er stellenweise sieben Meter hoch sich türmt. Und der Wind macht es unmöglich, sich nach draußen zu wagen. Wenn das so bleibt, wird kein einziger Weih- nachten in der Kirche sein— und erst recht kein Kind!
Aber Josef ist nicht der Mann, der vor solchen Schwierigkeiten.kapituliert: da muß eben der liebe Gott gezwungen werden durch Gebet und Opfer! (Wie Josef dieses erzählt, müssen wir schmunzeln: ja, ja, so kennen wir ihn, als einen Mann, der Ge- walt braucht gegen sich, gegen die Schwierigkeiten und gegen den lieben Gott; er wird auch mit dem Schneesturm fertig werden, ahnen wir schon jetzt.) Wir müssen schmunzeln, wie er erzählt, daß er eine Vigilmesse mit ausgesetztem Allerheiligsten vor einer einzigen Frau hält und wie er dann— so drückt er sich aus— den Segen mal ordentlich in den Wind hineingegeben und dabei gebetet hat:
„Heiland, nun nimm doch unseren armen Leutchen, die so viele Opfer in den Bergen bringen müssen, die Weihnachtsfreude nicht. Sie haben sich schon so sehr auf Weihnachten gefreut und deine Priester, die auf steinigem Ackerboden arbeiten, versprechen sich soviel für die Seelen von einer schönen Weih- nachtsfeier. Laß doch den Wind aufhören.“ Und immer wieder während des Tages schaut er zum Fenster hinaus in den rasenden Sturm und betitelt. Und siehe: abends gegen 8 Uhr tritt Windstille ein bis zum Stephanustag einschließlich. Josef konnte mit seiner Gemeinde ein schönes Weihnachtsfest feiern.
Am ergreifendsten war wohl die„Weihnachts- Erzählung“ von unserem Maly Benjamin,‘ dem klei- nen Tschechen Waclav S. Was ieh leider nicht be- richten und nachahmen kann, ist das ergötzliche Deutsch, in dem er erzählte, so: wenn er eine Straße„steinigen“ ließ und meinte„pflastern“. Die
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