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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
Entstehung
Seite
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Briefe bewahre ich schon jetzt als kostbares An­denken. Wiedersehen werden wir uns gewiß. Ich habe früher erzählt von meinen

Pflegesöhnen Iwan und Fedor. Dieses Verhältnis sollte eines Tages jäh enden. An einem Abend kam Fedor zu mir, er war aufgeregt, bis zu Tränen erregt. Ich komme auf Transport!" Er war ausgesucht worden für einen Transport nach Mauthausen . Das war schlimm aus vielen Gründen. Zunächst: Mauthausen war als Vernichtungs­lager bekannt. Sodann: jetzt wurde er auch noch von seinem Bruder Iwan getrennt, das letzte Stück Heimat wurde ihm grausam entrissen. Ferner: hier hatte er mich, hatte die Unterstützung, die ich ihm kraft unserer Pakete geben konnte, hatte den geisti­gen Austausch; denn ich sagte schon, daß er ein geistig reger Mensch war. Er war auch ganz nieder­geschlagen und sah düster für seine Zukunft. Er glaubte nicht daran, die Heimat lebend je wieder­zusehen. Ich setzte ihm sein Köpfchen zurecht, sagte ihm, daß der Krieg nur noch wenige Monate dauern könne. Ich rechnete ihm vor, daß ich der Ansicht sei, spätestens Mai sei er beendet. Es komme also nur darauf an, die letzten Monate durchzustehen. Hast du es ein paar Jahre ausgehalten, wirst du es diese Wochen auch noch fertigbringen, selbst wenn du allein bist. Jetzt mußt du durchbeißen." Er meinte: Ja, aber uns Russen wird man bestimmt vorher noch umlegen." Obgleich ich mir selbst nicht sicher war, daß dies nicht geschehen könnte, tröstete ich ihn doch darüber hinweg. Ich versorgte ihn mit Brot für ein paar Tage und auch mit einem Stück Speck, gab ihm immer und immer wieder gute Worte und schließlich schied er denn auch getröstet, wenn auch schweren Herzens. Ich dich nicht vergessen, Pater", sagte er immer wieder zum Schluß. Iwan kam es zwar auch schwer an, doch tröstete er sich damit, daß er bei mir blieb. Wenige Wochen später

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