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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
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brauchte man, um zu seinem Spind zu kommen, Ge- duld, um sein Paket vom Spind herunternehmen zu können, Geduld, wenn morgens sich 700 in kürzester Frist an 2 Fontänen mit 16 Kränen waschen sollten; Geduld von morgens bis abends. Und es konnte sein, daß man 8 Stunden heroisch Geduld geübt hatte und in der neunten die Nerven mit einem durchgingen. Da waren die Lauskontrollen, bei der sich jeder entkleiden. mußte und alle Unterwäsche und seinen Körper einer Kontrollkommission darbieten mußte. Da war der primitive Kachelofen, der notdürftig dazu eingerichtet war, daß man vorausgesetzt, daß Holz oder Kohle da war, die vom Lager nicht gestellt wurden, daran kochen konnte, und nun waren es jeden Tag 100 und mehr, die zu gleicher Zeit irgend etwas kochen wollten, sei es ein Hafermus, sei es einen Tee oder irgend etwas: Nu- deln, Erbsen oder was sie sonst geschickt bekamen. Da mußten diese 100 sich wieder aneinander vorbei- schieben. Kein Wunder, daß es trotz guten Willens nahezu ständig Konfliktsstoffe gab.

Wer ganz ohne jede Aufregung immer mit gleichbleibender Ruhe, ja mit frohem Gesicht durch diesen Trubel ging, wen all das nicht anfocht, der war fürwahr ein vollkommener Mann. Ich war es nicht, aber P. Kentenich war es gewiß. Ich habe ihn nur lächelnd und rechts und links ein humorvolles Wort sprechend mit immer gleicher Ge- faßtheit durch diesen Trubel gehen sehen.

Geduld erforderten auch die Lagerkrankhei- ten. Sie waren die zweite Tortur des Lagers, die eineallgemeine Peinigung darstellten. Von ihnen will ich kurz berichten... Da war natürlich der obligate und häufige Durchfall. Im Jahre 1942 war er epidemisch, gegen Ende 1944 wieder häufiger auch bei den Priestern auftretend, auf anderen Blocks furchtbar grassierend. Wie schlimm war diese Krank- heit unter diesen Umständen. Wenn beispielsweise der arme Pater: G., ein italienischer Dominikaner ,

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