Freilich, so etwas war verboten, das durfte nicht zur Lagerleitung kommen. Aber wir wagten es, und an diesem 2. Weihnachtstag war mit einer Kontrolle auch nicht zu rechnen, da wollten die SS - Leute selbst daheim sein.
Und so hielt er an diesem Tag seine Primiz, die gleichzeitig sein erstes und einziges Meßopfer bleiben sollte.
Nach der Befreiung des Lagers wurde er in ein Sanatorium überführt und konnte zwar noch vom Totenbett aus seinen Eltern den priesterlichen Segen geben, nicht aber mehr zelebrieren. Er starb bald. Das waren geistige Höhepunkte. Dazwischen aber lag doch immer wieder der graue Alltag.
Der war auch auf unserem Priesterblock drückend und schwer.
Mein Pater Provinzial hat die Lage einmal treffend so gezeichnet:
,, Das Gefängnis war eine
Schule der Heiligkeit,
Probe der Heiligkeit".
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Wirklich, eine Nervenzerreißprobe war Dachau schon wegen der Enge, mit der wir aufeinander gepackt waren. Diese Enge war die größte Tortur. Man könnte viele Greuel- Berichte von Dachau geben, von unmenschlichen Strafen und Grausamkeiten berichten und das in unzähligen Fällen aber das traf doch immer nur einzelne. Diese drangvolle Enge aber war eine ständige Peinigung aller. Es erforderte Himmelsgeduld, sich immer friedlich aneinander vorbeizuschieben. Um die Mittagszeit war ein beängstigendes Gewühl in den Stuben. Sitzplätze für alle waren nicht vorhanden, an den Tischen konnte vielleicht der zehnte Teil Platz nehmen. Die anderen mußten in Geduld harren. Geduld
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