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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
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Pritschen und war völlig entkräftet und im Äußern natürlich, wie immer zu Anfang, völlig zerlumpt, als er auf unserem Block eintraf. Freilich sorgten schon seine französischen Konfratres und das deutsche Block- Personal bald dafür, daß er in besseres Zeug kam, was allerdings immer noch vogelscheuchen­mäßig aussah.

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Nun aber wurde ihm von uns näherhin vom Peter B. zunächst ein Bischofshabit genäht aus ,, organi­siertem" Stoff, der im Lager dazu verwendet wurde, die rosa Winkel für Sittlichkeitsverbrecher herzu­stellen! Das war also sein Bischofsgewand. Bischofs­schuhe wurden gefertigt, eine Bischofsmitra aus Pappendeckel mit Stoff überzogen, ein Bischofskreuz in den Wirtschaftsbetrieben gemacht aus den Stoffen, aus denen man Zigarettenspitzen verfertigte, aus gleichem Stoff einen Bischofsring. Pater Sp., ein Benediktiner , entwarf und schnitzte einen Bischofs­stab aus Birnbaumholz, das er wiederum im Wirt­schaftsbetrieb organisierte, und so ausgestattet hielt der Bischof dann am Weihnachtstag das Pontifikalamt. Noch größer war die Freude am folgenden Tag, da hatten wir

sogar eine Primiz in Dachau .

Karl L. aus der Diözese Münster , war schon 5 Jahre im Lager und schon bei seiner Einlieferung schwer lungenkrank. Sein Befinden hatte sich natürlich von Jahr zu Jahr verschlimmert, und war um die Weih­nachtszeit so, daß man einen baldigen Tod befürchten mußte. Er war früher ein bekannter Jugendführer der Münsterer Diözese gewesen. Begreiflich war die Sehnsucht in ihm groß, doch noch zu seinem Ziel zu kommen; und nun hatten wir ja einen Bischof, wa­rum sollten wir auch da nicht eine Priester­weihe haben; und am 1. Advent- Sonntag wurde er geweiht. Sein Glück war groß und unsere Anteil­nahme innig. Wir Schönstätter freuten uns deshalb noch mehr, weil er ja zu unserer Familie gehörte.

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