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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
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Es war ein kühler, ja kalter Morgen. Dachau ist ein Hochmoor, und wenn die Sonne nicht scheint, ist es meist ungemütlich kalt dort, da von den Bergen her meist ein scharfer, kalter Wind weht. Dieser Mai­morgen war besonders frostig und unfreundlich. In der Frühe wurden wir zum Schubraum gebracht. Dort mußten wir uns vollständig entkleiden. Unsere sämtlichen Sachen wurden in einen Papiersack ge­packt. Nun wurden wir, nackt wie wir waren, über den Appellplatz getrieben zum Bad. Dort wurden. zunächst im Maschinenraum unsere Personalien fest­gestellt und wir bekamen unsere Gefangenennummer. Die meine war 67 959.- Der Mensch war ausge­löscht. Nur eine Nummer war ich fortan. Von diesem Raume gings ins Bad. Dort wurden wir ge­schoren, und zwar am ganzen Körper, auch äußerlich zum Sklaven gemacht. Ahnungslos suchte ich dann, was nun weiter käme, wurde dabei von einem brutal aussehenden Kerl geschnappt, der offenbar der Mei­nung war, ich hätte mich drücken wollen, und wurde dann am ganzen Körper eingerieben mit einer fürch­terlich beißenden Desinfektionslösung. Ich sah, wie Russen sich vor Schmerzen krümmten, und auch ich war kurze Zeit später nicht mehr zu gebrauchen. Drei Tage hat mich dieses Zeug fürchterlich ge­brannt, als wenn mich Messer schnitten. Um nicht. allzusehr Schmerzen leiden zu müssen, gingen wir dann unter die Brausen. Es kam aber nur kaltes Wasser und als wir noch nicht sauber waren, ver­siegte das Wasser ganz. Etwa 4-5 Stunden standen wir dann zitternd und frierend und vor Schmerz halb ohnmächtig, in dem kalten, zugigen Raum, bis gegen Mittag das Wasser kam. Danach wurden uns Kleider ausgehändigt, fürchterliche Lumpen. Ich be­kam eine völlig zerfetzte Unterhose, ein löcheriges, unendlich oft geflicktes Hemd, eine Hose, an der überhaupt kein Knopf, dafür umsomehr Löcher waren, breit und unbequem, eine viel zu enge, eben­falls ganz zerfetzte Jacke, keine Strümpfe, aber

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