Ein Block war ein niedriges, langgestrecktes Gebäude von etwa 98X9 m. Er umfaßte vier Stuben, die jeweils in Tages- und Schlafraum zerfielen, mitten zwischen ihnen lagen Toilette und der Waschraum. Die Stuben hätten etwa 50 Mann ohne Bequemlichkeit fassen können, waren aber zur Zeit meiner Ankunft mit etwa 200 belegt und gegen Ende unserer Haft mit 360 auf unserem Block, auf anderen Blocks mit 400, ja 500 Menschen. Zwischen den Blocks war eine 7 m breite Straße, die sogenannte Blockstraße. Wir, die wir eingeliefert wurden, mußten in der ersten Nacht, da wir später abends ankamen, im Bad übernachten, bekamen aber doch noch eine Suppe und ein Stück Brot, das allerdings für den ganzen folgenden Tag mitreichen mußte, und konnten uns niederlegen auf den Bänken. Nun hatte ich mein erstesfrohes Erlebnisin Dachau . Ich wußte ja, daß sechs meiner Mitbrüder bereits hier waren. Hatte aber keine Ahnung, wie und wann wir einmal zusammentreffen würden. Da kam abends ein Häftling, der eine Armbinde trug mit der Aufschrift ,, Lagerpolizist", zu uns herein und fragte: ,, Sind Geistliche hier?" Herr Kühnel und ich melden uns. Wir mußten unsere genauen Personalien angeben. Wir fürchteten, das möchte etwas Ungutes bedeuten, aber nach einer halben Stunde kam der Häftling zurück und brachte in einem Papier ein Stück Kuchen und ein Stück Brot, der erste Gruß meiner Mitbrüder an mich. Der Lagerpolizist war mit den Personalien zum Priesterblock gegangen und hatte uns angemeldet. Das ließ mich schon etwas heimischer werden. Der Gedanke:„ Die Familie denkt an dich und sorgt für dich" machte mich richtig froh und so schlief ich in dieser Nacht trotz der harten Bänke gut.
Der nächste Tag allerdings sollte fürchterlich werden.
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