wir wieder auf eine breite Betonstraße, über eine
Brücke, die über einen Bach führte und standen nun vor einem größeren Haus, darüber ein Turm ragte, in der Mitte ein großes, eisengeschmiedetes Tor mit der Inschrift„Arbeit macht frei!“ Durch dieses Tor marschierend waren wir
im eigentlichen Gefangenenlager.
Dieses ist ein Rechteck von ungefähr 240x600 m, genau nord-südlich—ost-westlich ausgerichtet. Es ist von einer Betonmauer!'und einem elektrischen Stacheldraht umgeben, davor etwa 10 m sogenannte neutrale Zone. Auf dieser standen im Abstand von etwa 20 m große. Schilder mit Totenköpfen und Schilder mit der Warnung:„Wer diese Zone betritt, wird ohne Anruf erschossen!“ Das ganze Karree wurde von 7 Türmen unterbrochen, in denen jeweils 3 Maschinengewehre aufgestellt waren, die das ganze Lagerfeld beherrschten. Im Süden des Lagers waren die Wirtschaftsgebäude, der sogenannte Schubraum, in dem die Zivilkleider der Häftlinge aufbewahrt wurden, das Bad, die Küche in der Mitte, die
Wäscherei und die Kammer, in der die Häftlings-
kleider ausgegeben wurden. Hinter diesen Gebäuden befand sich noch ein SS-Straflager, in denen die so- genannten„gefallenen Engel“ hausten: SS -Leute oder Polizei, die irgendetwas ausgefressen hatten und hier ihre Strafe abbüßten. Vor dem Wirtschafts- gebäude war zunächst ein großer Platz, der die ganze Breite von 240 m umfaßte, der sogenannte-Appell- platz. Hier fanden morgens und abends die Zähl- appelle statt. Oft stundenlang. Einmal mußten die Gefangenen hier, weil 2 Gefangene fehlten, 48 Stun- den ohne Unterbrechung stehen. Dann kam, genau von Süden nach Norden, die Lagerstraße, etwa 20 m breit. An beiden Seiten lagen nun die Blöcke: die geraden auf der Ost-, die ungeraden auf der
"Westseite, im ganzen 30.
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