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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
Entstehung
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Mit ihm hatte ich dann ein sehr interessantes Ge­spräch über Bildungs- und Erziehungsfragen und die künftige Aufgabe der Kirche. Am Nachmittag fand eine Umgruppierung statt und ich kam mit dem Operettentenor Fl. zusammen. Dies wurde ein hochinteressanter Nachmittag. Durch ein paar Fragen brachte ich Fl. auf alte Erinnerungen. Er war am Burgtheater im Schauspiel gewesen noch zu Kainz' Zeiten, war dann aber zum Operettenfach über­gesiedelt, wie er sagte, weil er es leid war, immer zu hören ,, Großartig, Herr Fl., schade, daß Sie nicht einen halben Kopf größer sind". Er konnte interes­sante Erinnerungen aus dieser seiner Burgtheaterzeit bringen und wunderte sich sichtlich über meine Kenntnis der Verhältnisse am Burgtheater, der Namen sämtlicher Schauspieler von Rang usf. Dann berichtete er von seiner Laufbahn als Operettenstar, von seiner Freundschaft mit Lehàr, von ihm zeigte er mir ein Bild mit eigenhändiger Widmung, von seinen Rollen als Prinz Orlow, Zarewitsch , seinen Tourneen mit Richard Tauber, seiner schönen Zeit im Theater An der Wien " und vergaß in seliger Er­innerung ganz seine eigene dunkle Geschichte. Er war mit einer Vollarierin, Katholikin, verheiratet ge­wesen, und da deren Sohn, sein Stiefsohn, ein be­kannter Jagdflieger gewesen war, so war ihm die Vergünstigung gewährt worden, seine todkranke Frau in Luxemburg zu pflegen. Nach ihrem Tode wurde er dann sofort verhaftet und nun sollte er in das Kz. Maria- Theresienstadt bei Prag überführt werden. Er berichtete, und andere Gefangene be­zeugten es, wie er in Frankfurt empfangen wurde. Er war ja durch den Davidstern als Jude kenntlich. Er wurde gefragt: ,, Was haben Sie in dem Koffer?" Er wollte hinzufügen: antwortete:" Ich weiß nicht!" ,, weil die Gestapo ihn selbst gepackt hatte und ich ihn erst auf die Bahn nachgesandt bekam", da hatte er schon ein paar wohlgezielte Fausthiebe im Gesicht. Frage: ,, Sind da Messer drin?" Als er wie­

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