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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
Entstehung
Seite
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,, Kommen Sie mal mit, ich muß Ihnen was Schönes zeigen", und er führte mich auf seine Hausvaterei, wo er einen großen Fliederstrauß hatte. Ich ergötzte mich an den Blüten und darüber freute er sich. Dann wieder mußte ich als Dolmetscher bei den vielen Fliegergefangenen amten. Dann kam er zu einem Plauderviertelstündchen und so fort. Und so wäre es eine schöne Zeit gewesen, wenn es nicht aber das wußte keiner von uns die letzte Woche gewesen wäre.

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Hier muß ich etwas nachtragen..

Es war schon einige Wochen vorher, da ich eines Morgens plötzlich wieder von einem Polizeiwacht­meister abgeholt wurde. Zunächst dachte ich, ich hätte Besuch bekommen. Es war der feine Polizei­wachtmeister Ma., und ich merkte gleich, daß er sehr beklommen in seinem Wesen war. Bald hatte ich es dann herausbekommen, was er mir erst gar­nicht sagen wollte. Ich wurde zu einer ärztlichen Untersuchung geführt. Als ich das aus ihm heraus­gebracht hatte, ging es mir wie ein Stich durch's Herz: Das bedeutet Dachau ! Das ist die Unter­suchung auf meine Lagerfähigkeit." Er gab mir darin auch recht, wiewohl er nichts Genaues wußte, und suchte mich dann sofort zu trösten: Das sei ja auch für mich eine Erlösung, wenigstens in vielen Dingen, daß ich nun wenigstens aus der Einzelhaft heraus­käme, unter Mitbrüder. Ich weiß noch, wie er mir als Trostgrund anführte: ,, Wahrscheinlich können Sie in Dachau auch Sport treiben".

Immerhin: so vor die Tatsache gestellt, mußte ich mich doch zunächst seelisch zu fassen versuchen. Als ich drüben in der Zelle auf den Arzt wartete, fühlte ich mein Gebetbüchlein, das ich s. Zt. von meinem Engel" bekommen hatte, in der Tasche meines Mantels. Ich nahm es heraus und sagte mir im In­nern: ,, So, lieber Gott, jetzt sag' Du mir ein Wort!" Ich schlug auf's Geratewohl auf und fand Psalm 19:

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