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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
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kam nach Darmstadt und wurde dort zur Arbeit in der Kiesgrube eingesetzt; P. Karl Friedrich und P. Gerharz wurden in das SS- Sonderlager Hinzert bei Trier überstellt. Hier muß man sich das Rechts­Kuriosum vor Augen halten, daß P. Gerharz und P. Wimmer nicht wegen eigener, vorgeworfener Verfehlung verhaftet waren, sondern um gegen Pater Provinzial zu zeugen unter dem zeugen Druck monatelanger bösartiger Haft; da sie nichts gegen P. Provinzial ausgesagt hatten, wurde fol­gendes klassische Urteil gegen sie gefällt: Ihr Schicksal heißt Schulte. Wer für einen Mann wie Schulte eintritt, muß auch sein Schicksal teilen". Aber auch gegen P. Provinzial brachte man trotz eines achttägigen Verhörs von morgens bis abends nichts zusammen, um eine Anklage auch nur ver­suchen zu können. Das war Rechtsprechung des Dritten Reiches . P. Wimmer kam in ein fürchter­liches Massenquartier in der ehemaligen Judensyna­goge. In Dachau erst sollte ich meine Mitbrüder wiedersehen und war wahrhaft erschrocken, als ich die lebenden Gerippe, die abgezehrten Elendsgestal­ten zum erstenmal sah.

Unser Haus, die UHA, war wirklich das einzige Ge­bäude weit und breit, das nicht getroffen oder be­schädigt war. Nach den weiteren Angriffen vom 22. auf den 23. und den Tagesangriff am 23. war buchstäblich die ganze Innenstadt ein Trümmer­haufen, und einzig das Gerichtsgefängnis, in dem wir saßen, unversehrt. Natürlich hatten auch wir Fensterschäden, Risse in den Mauern u. a. m. Das hatte zur Folge, daß ich mir eine böse Erkältung und dann einen schlimmen Rheumatismus zuzog, so­daß ich kaum meine Kleider an- und ausziehen konnte. Aber immerhin, wir hatten ein Dach über dem Kopf, wenn es auch nur ein Gefängnisdach war. Nach dem 23. gelang dem famosen Fritz ein weiteres Husarenstückchen. Er ließ mich durch einen gut­mütigen Ersatzwachtmeister ausschließen mit der

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