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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
Entstehung
Seite
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liches Wohl besorgt war und mir, da er außer im Arbeitsbetrieb auch noch als Flurarbeiter beschäftigt war, tagtäglich Essenszuschlag an Brot und mittags Suppe zukommen läßt, weiß er es einzurichten, daß er fast täglich eine oder mehrere Stunden auf meine Zelle kommt. Es bedarf dazu freilich aller mög­lichen Tücken und Schliche. Aber er bringt es fertig, und nun sind die Wochen unserer tiefen Gespräche, unserer philosophisch- theologischen Diskussionen, un­serer politischen Überlegungen, unserer Lebenserin­nerungen, unserer Zukunftsbefürchtungen und Zu­kunftshoffnungen. Des Sonntags bringt er es sogar fertig, mit Hilfe des Hauptwachtmeisters G., mich ausschließen zu lassen, und auf dem Arbeitsraum des Hauptwachtmeisters verbringen wir einen köstlichen Sonntag, wobei er sogar den Tisch zum Mittag und Kaffee weiß deckt. Wir, zum Schein etwas arbeitend, erholen und baden in stundenlangen geistigen Ge­sprächen unsere Seele. Was wir uns in solchen Stunden gegenseitig geben konnten, wird wohl keiner je vergessen. Die Stimmung dieser Zeit drückt sich in folgendem Gedicht aus:

Und es kommt der Tag, und ich weiß es gewiß, Da wird das eiserne Tor aufgeh'n.

Durch's Herz mir geht es wie Stich und Riẞ,

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Und ich werde draußen, draußen steh'n. Und ich atme die andere, die freie Luft, Der Arbeit Lärm und der Buben Geschrei, Und die Weite lockt und die Ferne ruft, Und das Leben, Leben pulset vorbei:

Und ich bin frei!

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Und ich werde die Lieben, Lieben seh'n! Ich tret' in den liebvertrauten Raum: Ist alles wie einst, ist alles wie neu! Ist all wie ein wunder- zarter Traum: Daheim! Es quillt die Trän' ohne Scheu,

Und ich bin frei!

Und es kommt der Tag, und ich weiß es gewiß, Da wird die Türe der Heimat aufgeh'n. Die Sehnsucht schmilzt und die Bitternis

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