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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
Entstehung
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hasten weiter. Da wird man aufmerksam und sofort stürzen eine Anzahl Diensthabende los, um uns zu stellen. Schnaufend biegt mein ,, Engel" um die Ecke, schließt kurzerhand die nächste leere Zelle auf, stößt mich hinein und schließt wieder ab. Dann höre ich auch schon Fußgetrampel und dann eine erstaunte Stimme: ,, Ach du bist das. Warum meldest du dich dann nicht?" Darauf die knurrige Antwort: ,, Ja, ich bin doch kein Flurarbeiter". Und die Wachtmeister verkrümeln sich wieder langsam. Zehn Minuten später schleicht mein Z. wieder herzu, öffnet leise die Tür und holt mich, der ich klopfenden Herzens das Weitere abwarte, heraus. Er befiehlt mir kurz: Wir gehen jetzt auf sieben, in die Sanitätszelle. Sie haben Kopfschmerzen". Und wenn ich sie nicht ge­habt hätte, hätte ich sie jetzt. Kopfschmerzen, wie dieses Abenteuer ausgehen wird und ich gut in meine Zelle zurückkomme, d. h. um meinetwillen brauche ich weniger Kopfschmerzen zu haben, aber um mei­nen guten, Engel", der ist es, der hier alles riskiert. Wir schleichen ins Nebengebäude, von dort ins Kel­lergeschoß, steigen von dort auf, müssen aber noch ein kurzes Stück überqueren, das vom Glaskasten aus eingesehen werden kann. Ich verkrieche mich möglichst hinter seinem breiten Rücken und so sausen wir los und gelangen auch glücklich in meine Zelle, wo er erlöst aufatmet: ,, Das hätte schief gehen können!"

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Ich hatte aber in dieser Zeit noch einen zweiten Engel. Und das war Dr. Sch., der Fritz. Denn dieser war ja noch immer jetzt auch schon im 2. Jahr­im Gefängnis, ebenfalls durch einen unerhörten Ge­waltakt der Gestapo . Ihn zu erzählen, würde eine eigene Geschichte erfordern. Sie würde aber auch die allem Recht hohnsprechende Behandlung von Menschen unter der Gestapo - Herrschaft grell be­leuchten.

Jetzt sollte unsere Freundschaft so recht aufblühen. Ganz abgesehen, daß er unermüdlich für mein leib­

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